Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tacticaltrim Community. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Donnerstag, 12. März 2015, 12:28

DIY - Anleitung - Tutorial - "Peltor Wrap" oder "Gehörschutzbügelüberzug)

Servus TactTrim-Community!

PELTOR-WRAP selbst gemacht:

Einleitung:
Zu Beginn sei gesagt, dass dieser Gehörschutzbügelüberzug im wesentlichen dazu dient, den Tragekomfort des Gehörschutzes zu verbessern und m funktionellen Sinn dafür vorgesehen ist, die Verkabelung der Sprechgarnitur usw. im Überzug zu verlegen oder verlaufen zu lassen.

(Der folgende "Peltor-Wrap" ist mit Cordura 1000 Material genäht, jedoch nur weil bereits einen mit Cordura 500 gemacht habe und mal die "robustere" Version fertigen wollte.)


SCHRITT 1: Das Material und Werkzeug



Das Werkzeug:
- HSG Heißschneider (zu bekommen bei Tacticaltrim.de für insgesamt ca. 106€ ohne Versand)
- Bügeleisen und Bügelbrett
- Maßband
- Lineal (60cm aus Aluminium, im Baumarkt für ca. 10€)
- Stoffklemmen (Snaply SWC-50 Wonder Clips 50 Stück - Stoffklammern, bei Amazon, ca. 19€ ohne Versand)
- Schneiderschere, Garn usw. (typ. Nähzubehör)

Die Materialien:(Gesamtpreis: ca. 45,90€ ohne Versand)
- Kryptek Highlander, Cordura 1000 (100cm x 150cm) bei TactTrim um ca. 25€ ohne Versand
- Netzgewebe, Heavy Mesh, schwarz (130cm x 150cm) bei TacTrim um ca. 17€ ohne Versand
- Flausch, 38mm, tan 499 (100cm x 3,8cm) bei TacTrim um ca. 1,40€
- Haken, 38mm, tan 499 (100cm x 3,8cm) bei TacTrim um ca. 1,40€
- Flausch, 25mm, tan 499 (100cm x 2,5cm) bei TacTrim um ca. 1,10€
(optional: Doppelklebeband zum Anbringen der Klettbänder am Stoff)

(Beim breiten Flausch- und Hakenband wären 50mm besser, jedoch hatte ich davon keines mehr zuhause. Je breiter das Band desto fester und flächenverteilter ist der Überzug geschlossen)

(Ich habe mich für schwarzes Netzgewebe entschieden, da ich ohnehin keines in der Farbe "Tan 499" zuhause hatte und zum Anderen, dieser Bereich am Kopf(bereich) getragen wird und sicher vom vielen Gebrauch schnell dunkler/dreckiger wird.)


SCHRITT 2: Die Planung

Dabei ist wichtig, welchen Gehörschutzbügel ihr ummanteln wollt. Ich habe dabei den Gehörschutz von PELTOR 3M (Optime IIITM-H540A ear muffs - standard headband) mit der Bügelbreite 5cm, verwendet.

Wichtig ist, nicht zu knapp und nicht zu weit zu "planen" weil sonst der Überzug zu streng sitzt oder übersteht. Ich habe bei einem früheren Modell die Breite mit 5,5cm genommen. War aber nicht ganz zufrieden, da der Überzug sehr streng zu "montieren" war. Ich habe also dieses Mal als Breite 6cm verwendet und bin sehr zufrieden. In wiefern sich dabei eine Formel ergeben könnte damit man andere Breiten berücksichtigen kann, kann ich zum momentanen Zeitpunkt nicht sagen, da ich nur einen Gehörschutz besitze.

(BTW: Dieser Gehörschutz ist für Indoor-Schießanlagen prädestiniert, da er sehr gut abdämpft und ein längeres Schießtraining ohne Probleme durchgeführt werden kann. Einziges Problem: Aufgrund der Größe des "Ohrschutzes" lässt sich nur sehr schwer bei Gewehren visieren.)




SCHRITT 3: Schablonen erstellen



In diesem Fall aufgrund der Größe mittels A2 Papierbögen möglich. Korrektes Anzeichnen und Ausschneiden ist hier wichtig. Wenn die Schablone einmal nicht passt, dann werde alle folgenden Modelle damit ebenfalls nicht passen.


SCHRITT 4: Cordura und Netzgewebe zuschneiden

Die genannten Stoffe habe ich mit dem HSG Heißschneider geschnitten. Vorteil dabei ist, dass die Ränder nicht ausfransen. Nachteil jedoch, dass es ziemlich stinkt und man eine geeignete Unterlage (Holz oder Glas) benötigt. Leider hatte ich nur Holz als Unterlage. Später werde ich aber eine Glasplatte besorgen, da durch diese auch die Hilfslinien der Schneidunterlage sichtbar sind.







(Beim Zuschnitt, kann man Klammern verwenden, damit die Schablone nicht verrutscht. Weiters sollte man aufpassen beim Lösen der Schablone vom Stoff, da das Papier etwas anklebt beim Schneidevorgang.)


SCHRITT 5: Flausch- und Hakenband vorbereiten

Anschließend das beschrieben Flausch- und Hakenband in der geplanten Länge mittels Schere abschneiden.
Das 2,5cm dünne Flauschband habe ich nicht über die ganze Länge geplant, da es kaum derartig große Patches oder Namensschilder gibt.
Beim 3,8 Flausch- und Hakenband ist es wichtig, die volle Fläche/Länge auszunutzen, damit der Überzug auch gut montiert werden kann und die Ecken nicht "wegstehen"




SCHRITT 6: Cordura anzeichnen und die Falten bügeln

Nun auf dem bereits zurechtgeschnittenen Cordura-Stoff (auf der linken Seite) die Markierungen/Linien/Falten einzeichnen und mittels Bügeleisen die Kanten zurechtbügeln, damit später die Klettbänder richtig angebracht werden können. Man könnte natürlich auch die Markierungen mittels Kreide auf der "rechten" Seite des Stoffs anzeichnen und später wieder entfernen.






SCHRITT 7: Klettbänder aufnähen

Nun die Klettbänder auf dem Cordura-Stoff unter Bedachtnahme der gemachten Markierungen mittels Doppelklebeband anbringen und vernähen. Das Doppelklebeband dient lediglich dazu, dass die Klettbänder nicht verrutschen. Manche arbeiten da lieber mit Nadeln und stecken alles fest. Ich bin kein Freund davon, da es das Material beschädigt und der Stoff nicht plan aufliegt und mir schon mehrmals so das Klebeband verrutscht ist und somit schief aufgenäht wurde.

Genauer gesagt gehe ich wie folgt vor:
- Die Klettbänder nach Planung auf der rechten Seite des Stoffs auflegen und einrichten
- Anschließen Doppelklebeband auf den Klettbändern anbringen und festkleben
- WICHTIG: Wenn ihr wie ich schmaleres Klettband verwendet (nämlich 38mm statt 50mm) ist die Position des Klettbandes auf der dafür vorgesehen Bahn von Wichtigkeit, da sonst später die Ecken abstehen und das Ganze nicht besonders professionell aussieht. (näheres dazu auf dem Foto)

Danach vernähen. (Bei den breiteren Klettbändern empfiehlt es sich in der Mitte nochmals eine Naht zu nähen. Nicht zwingend erforderlich aber das Klettband hält dadurch besser)








SCHRITT 8: "Peltor Wrap" fürs Nähen vorbereiten

Jetzt kommt es zum letzten und eines der wichtigsten Schritte vorm Nähvorgang. Der "Peltor Wrap" wird mittels Stoffklemmen für den Nähvorgang vorbereitet.

Dabei wird zuerst der Saum mittels Stoffklemmen eingefaltet. Zuerst die längere Seite, da beim Einschlagen der kürzeren Seiten sich der Stoff an den Ecken "schoppt" und ein kleines Stück weggeschnitten werden muss damit das Falten an den Ecken gut möglich ist (siehe Fotos). Danach die anderen Seiten fürs Säumen einschlagen und festklemmen.







Als nächstes wird das Netzgewebe dazugeklemmt. Hierbei empfiehlt es sich das Gewebe zuerst mal über den Stoff zu legen und mittig einzurichten. Ist alles korrekt nach Maß eingerichtet wird das Gewebe ebenfalls "gesäumt" und dazugeklemmt.





Abschließend werden die Enden eingefaltet und der "Peltor Wrap" final für das Nähen vorbereitet. Wichtig dabei ist, dass die Abstände/Breiten gleich sein müssen. D.h. bevor man das Ganze schließlich vernäht wäre es ratsam nochmal alles nachzumessen und gegebenenfalls einzurichten. Wichtig ist auch, dass das Netzgewebe nicht im Stoff "verschwindet" wenn die Enden eingefaltet werden.



(Zusatz: Die beschriebenen Klammern haben Ober- und Unterseiten. Auf der Unterseite ist die Klammer flach. Vorher überlegen wie die Klammer angebracht wird, damit der Stoff nachher beim Nähen plan aufliegt.)


SCHRITT 9: Nähen

Nun steht der letzte Arbeitsschritt am Programm - das Nähen. Dabei beachten "Langsam ist flüssig und flüssig ist schnell". Das Ganze ist eher heikel zu nähen. Vor allem mit den "alten Ladies". Die Materialstärken ändern sich und so müsst ihr teilweise den Fuß heben und auch darauf achten, dass der Fuß nicht seitlich wegrutscht und die Naht ins Nichts verläuft.
Ich kann nur empfehlen eventuelle Magnetschienen zu verwenden. Noch besser wären verschraubbare Hilfsschienen. Ich selbst war etwas faul. Habe beides zuhause, jedoch nicht verwendet und teilweise schiefe Nähte leider. (siehe Foto)






SCHITT 10: Das Enprodukt

Hier der fertige "Peltor-Wrap" auf meinem Gehörschutz!












Schlusswort:

Ich hoffe das Tutorial ist verständlich erklärt und ich konnte euch bei einigen offenen Fragen etwas weiterhelfen.

Für Verbesserungsvorschläge bin ich immer zu haben.

Somit: feel free to post and to ask

Greetz Buchi

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »ersBUCHI« (12. März 2015, 13:34)


2

Freitag, 13. März 2015, 00:33

Beeindruckend finde ich in erster Linie die Arbeit die du dir durchs Tutorial verfassen gemacht hast ;)

...und die Clips find ich lässig, wollt mir aber eigentlich diese Blech/Metallbügel "paperclips" zulegen, glaube die müssten etwas günstiger sein...

3

Freitag, 13. März 2015, 23:17

Cool! Ich habe gerade mal verglichen, wie ähnlich das meinem Modell ist ;)

Der größte Unterschied zwischen unseren beiden Peltor Wraps ist der Einsatz des Netzgewebes:
  • Du verwendest da ein Stück Netzgewebe (mit Abstandsgewirk), ich nehme Netzgewebe und innen eine aufgebügelte und angenähte doppelte Lage Vlieseline.
  • Und dann die Größe: ich nehme nur einen Steg Netzgewebe auf der Unterseite (bei mir 5,8 cm lang und 18 cm breit, bei Dir 18 cm lang und 18 cm breit).
Wieso ist bei Dir das Netzgewebe-Stück so groß? Es wird mir aus den (wenn auch sehr guten) Fotos nicht ganz klar. Kannst Du dazu noch was schreiben? Dann ist ja bei Dir nicht nur direkt unter dem Steg Richtung Kopf Netzgewebe, sondern auch noch umgeklappt nach oben, oder?

Ich vernähe das alles ganz ähnlich wie Du, nur nähe ich sozusagen zuerst eine "Röhre" und dann falte ich die Außenseiten unter (pseudo-verstürze sie) und nähe sie dann zu. Damit kann die Vorderseite noch gegenüber der Rückseite ein wenig "arbeiten" und sich zurechtlegen, wenn sie gefaltet wird.

Ich mache den Cordura-Zuschnitt mit der Schere. Die Cordura-Kanten verschwinden ja in jedem Fall durch das Verstürzen eh und dann fransen sie ja vermutlich innendrin auch nicht aus...

Hmm... Ich hab jetzt schon Peltor Wraps in schwarz, PenCott GreenZone, Multicam und Kryptek Typhon hier... aber in Mandrake sieht der auch gut aus ;)

Gruß,
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

4

Samstag, 14. März 2015, 15:28

Danke für die netten Worte ! Ja ist ne ziemliche Arbeit. Noch dazu da man ja jedes Foto hochladen muss usw.... Bisschen aufwendig aber ich wollte auch bisschen was fürs Forum beisteuern ;)

@impact: Die Metallklammern habe ich auch zuhause - hab ich zu Beginn ein paar Mal verwendet, war aber nicht sehr zufrieden damit. Kann also die Plastikklammern nur empfehlen.


@Green Ant: Das Netzgewebe hab ich eigentlich nur aus dem Grund so groß, damit das ganze Ding etwas stabiler wirkt. Wenn ich das Netzteil nur in der Mitte hätte (so dachte ich mir das theoretisch) könnte es sein, dass es sehr dünn und qualitativ nicht so ansprechend wirkt.

Bezüglich deiner Nähtechnik: Wenn ich das richtig verstanden habe, nähst du das ohne Freiarm-Maschine. Wenn ich also die Arbeitsschritte logisch nachvollziehe, wäre das absolut ne Überlegung werd mal so zu nähen (WEIL ES VIEL EINFACHER IST ;)) - Würde auch erklären warum die mittig keine Naht hast). Naja ich hab anscheinend zu kompliziert gedacht ;) - für solche Tipps ist dann das Forum da ;)

Bezüglich Zuschnitt: Hab beides probiert. Wie gesagt mit Schere dürfte es kein Problem geben aber ich wollte den HSG mal ausprobieren. Gerade weil einige hier im Forum schreiben, dass sie damit die Cordura Stoffe auch schneiden.

Hab auch schon einige Farben zuhause ;)

Nächstes Projekt wird ein low-profile Plate-Carrier ;) Da freu ich mich schon.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ersBUCHI« (15. März 2015, 10:15)


5

Samstag, 14. März 2015, 19:33

Danke für die netten Worte ! Ja ist ne ziemliche Arbeit. Noch dazu da man ja jedes Foto hochladen muss usw.... Bisschen aufwendig aber ich wollte auch bisschen was fürs Forum beisteuern ;)

Ich hab bei meinem Handy automatischen Foto-Upload in die Cloud eingeschaltet, dann muss ich die Fotos nur noch in einen Ordner verschieben, der öffentlich ist (so daß ich die URLs hier einfügen kann und die auch tatsächlich zu Bildern führen).

Zitat

@Green Ant: Das Netzgewebe hab ich eigentlich nur aus dem Grund so groß, damit das ganze Ding etwas stabiler wirkt. Wenn ich das Netzteil nur in der Mitte hätte (so dachte ich mir das theoretisch) könnte es sein, dass es sehr dünn und qualitativ nicht so ansprechend wirkt.

Interessant - ich hatte da genau die gegenteilige Impression. Vor meinem geistigen Auge sah ich, wie ein Umzugshelfer eine Matratze drittel-falten musste. Diese unschöne Haptik wollte ich vermeiden ;)

Zitat

Bezüglich deiner Nähtechnik: Wenn ich das richtig verstanden habe, nähst du das ohne Freiarm-Maschine.

Jepp. Ist ein bißchen doof ohne Freiarm-Maschine, aber für die 20 cm geht es so gerade noch. Ich hab schon ganze Hosenbeine so zusammengenäht. Das ist nervig! Freiarmmaschinen sind was für Luschen :P

Zitat

Nächstes Projekt wird ein low-profile Platz-Carrier ;) Da freu ich mich schon.

Hehe - mit dem Handy geschrieben, oder? ;)

Gruß,
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

6

Sonntag, 15. März 2015, 10:20

Ant du Fuchs ;) Ist mir gar nicht aufgefallen (Habs geändert). Nein ist vom Macbook geschrieben (da scheint es auch eine Autokorrektur zu geben). ;)

Also bei der Hose sicher schwierig ohne Freiarm, aber bei der Technik so wie ich mir das dachte, wäre es nicht allzu kompliziert.

Vielleicht mach ich einfach noch einen Peltor-Wrap und dann dokumentiere ich hierbei euch noch die Nähtechniken und vergleiche die Zeit. Auf jeden Fall danke für deine Ansätze und Vorschläge. Da lässt sich das Ganze super optimieren.

Bezüglich Cloud-Funktion - das muss ich mir mal genauer ansehen. Mit Fotos vom Handy auf Laptop, ins Internet, ins Forum usw.. dauert doch einige Zeit. Super Tipp - Danke!