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1

Freitag, 21. März 2014, 01:08

Projekt "Outdoor-Fleecejacke"

#1

So, schon lange liegt das Thema Fleecejacke brach. Nun soll das aber endlich mal vorangetrieben werden. Das ganze Konzept ist ja schon vor einer Weile entstanden (hier). Zumindest bei mir lag es danach aber leider brach.

Ich werde mir die Fleecejacke auf Basis meiner Lieblingsfleecejacke nähen. Von der habe ich heute mal den Schnitt abgenommen. Dazu hab ich die Methode verwendet, die blainchen neulich in seinem Kopierprojekt-Thread der Helikon UTP vorgestellt hat.

So ging's los.


Bild 1 - Schnitt abnehmen mit blainchens Krepp-Methode


Ich hatte leider ein Krepp erwischt, das auf sich selbst nicht so gut hält. Beim Abnehmen der Krepp-Lage musste ich also entsprechend aufpassen. Hab ganz schön geflucht und bin dann dazu übergegangen, immer 5 cm vorsichtig abzuziehen und dann von unten einen Kreppstreifen "Klebeseite-auf-Klebeseite" dagegenzupappen. Dann ging es ganz gut.

Nach dem Abnehmen der Krepp-Gebilde dann auf größere Mengen an normalem weißen A4-Papier übertragen:


Bild 2 - Kreppgebilde auf Papier bringen


Das ganze habe ich danach aber trotzdem noch auf Transparentfolie (einfache Malerfolie aus dem Baumarkt) gebracht, die lässt sich hier leichter verstauen. Wenn man genau hinschaut, sieht man die Folie auch:


Bild 3 - Schnittmuster auf Transparentfolie übertragen (man beachte die Geburtstagstischdecke von Sohnemann)


Die Rückseite der Jacke habe ich nicht komplett abgenommen, sondern ich habe mir die hintere Mitte gesucht und den Jackenschnitt nur bis dorthin abgenommen. Wenn ich den beim übertragen auf den Stoff einfach klappe, kann ich wenigstens sicher sein, daß die linke und die rechte Seite gleich ist.

So eine Fleecejacke hat ja einen bemerkenswert einfachen Schnitt: Vorderseite, Rückseite, Ärmel, Kragen. Und der Kragen ist einfach ein rechteckiges Stück Stoff, das braucht man nichtmal abzunehmen.

Als nächstes werde ich mal ein paar Gedanken zu den Anforderungen schreiben, denn die entstehende Fleecejacke soll ja nur denselben Schnitt haben, darüber hinaus soll sie noch mehr können.
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

2

Freitag, 21. März 2014, 23:55

#2

So, zuerst wie üblich wieder ein Lastenheft ("Was soll die Fleecejacke leisten?"):

[1] Die Jacke soll als Outer Layer und auch als Middle Layer einsetzbar sein.

[2] Die Jacke soll warmhalten.

[3] Die Jacke soll an möglichst vielen Stellen belüftbar sein, also auch für sportlichere Aktivitäten geeignet sein.

[4] Die Jacke soll auch mit angelegtem Rucksack-Beckengurt bequem tragbar sein.

[5] Die Jacke soll Zugriff auf ein am Hosengürtel getragenes Kurzwaffenholster bieten.

[6] Die Jacke soll ergonomisch unterteilten Stauraum für Kleinigkeiten bieten.

[7] Die Jacke soll robust sein und insb. an den beanspruchten Stellen haltbar sein.

Das war's so im wesentlichen. Mal sehen, vielleicht fallen mir noch weitere Anforderungen ein.
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

3

Montag, 24. März 2014, 00:50

#3

So, hab mal angefangen zuzuschneiden. Leider hat sich herausgestellt, daß ich nicht genug Stoff gekauft habe. Ich hatte gedacht, daß 1 m x 1,50 m ausreichen. War aber nicht so. Die Ärmel produzieren leider recht viel Verschnitt, Und quer zum Fadenverlauf wollte ich nicht zuschneiden. Dabei ändern sich die Eigenschaften (Elastizität und Scherbarkeit) zu sehr.


Bild 1 - Zuschnitt in OD


Das Fleece in OD kann ich mir einfach nachbestellen.


Bild 2 - Zuschnitt in Tan


Das Fleece in Tan leider nicht. Das hat der Laden nicht mehr. Mal sehen, ob ich es irgendwo anders noch bekomme.

Also erstmal Pause hier und auf Stofflieferung warten.
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

4

Montag, 24. März 2014, 15:31

mach aus dem tan farbenden stoff einfach ne weste ;)

5

Montag, 24. März 2014, 15:38

Ich wollte aber sooo coole Oberarmtaschen mit Klettflausch drauf bauen! Ich hab den Laden mal angeschrieben, ob die das wieder reinkriegen.

Gruß,
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

6

Mittwoch, 26. März 2014, 09:09

So. Die Frau Seidel von Werther Stoffe war mal tief graben und hat noch 1,50 lfd. Meter des Stoffs gefunden. Das müsste reichen. Super. Dann geht's bald weiter!

Achso: das darf gerne als eine Empfehlung für den Laden gelesen werden. Hab gestern mit der Dame telefoniert und sie war wirklich sehr bemüht und hilfreich. Und letztlich ja auch erfolgreich.

Gruß,
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

7

Donnerstag, 27. März 2014, 17:24

Hi Green Ant,

Es freut mich, dass du die Methode gleich ausprobiert hast. ;)
Leider musstest du gleich das schlechteste Kreppband erwischen.
Ich habe mit Klebeband von Nopi und Tesa die besten Erfahrungen gemacht, alternativ
klappt auch Panzertape ganz gut.

Gruesse,
Richard

8

Donnerstag, 27. März 2014, 21:25

Nabend Richard,

ich stand vor dem von Nopi und dem von Tesa und daneben war noch ein Toom Noname Produkt, das halb so teuer war. Ich muss gestehen, daß ich zu dem Toom Produkt gegriffen habe und mir 3 € gespart habe...

Naja, nur ein bißchen geflucht...

Und nu ist der Schnitt ja da.

Gruß,
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

9

Dienstag, 29. April 2014, 22:38

#4

So, endlich geht es mal weiter!

Ich werde den Fleece-Stoff, weil er mir ein wenig dünn erscheint, doppelt verarbeiten,sprich, eine innere Lage als "Futter" machen. Mal sehen, wie das wird.

Der Vorteil ist, daß ich alle Taschen, die die Jacke haben wird, verdeckt zwischen Außen-Fleece und Innen-Futter-Fleece machen kann. Jetzt setze ich mich mal dran, die Oberarm-Außentaschen mit der Fläche für Patches zu designen. Bilder dann demnächst.

Interessanter Aspekt vielleicht noch: Fleece ist i.d.R. in eine Richtung "stretchig" (so bis 40% sind ganz normal) und in die andere eher nicht. Das bedeutet, beim Zuschneiden muss man darauf achten, in welche Richtung man Rumpf-Stücke und Ärmel-Stücke "stretchig" haben möchte. Das ist schade, weil dann der Vorteil vom Fleece beim Zuschneiden schon wieder hinüber ist, nämlich, daß man den Fadenverlauf nicht sieht und deswegen eigentlich rein vom Anschauen her die Teile beliebig ausschneiden könnte.

Jetzt wird's noch merkwürdiger: man sollte eigentlich meinen, daß man das Fleece so zuschneidet, daß die stretchige Richtung längs der Ärmel und hochkant den Rumpf gelegt wird (Vorteil: dann würde die Jacke beim Bücken nicht hochrutschen, weil der Rücken stretcht - und die Ärmel nicht hochrutschen, wenn man die Ellenbogen anwinkelt).

Aber: das macht man wohl genau anders herum. Hab mich da erkundigt. Leider erst, nachdem ich die eine Jacke bereits "logisch" (so wie ich mir das denke) zugeschnitten hatte und die andere "unlogisch" (so wie man das offenbar aus mir unerklärlichen Gründen macht). Mal sehen, welche mir nachher besser "passt".

Gruß,
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

10

Mittwoch, 30. April 2014, 15:30

#5

So, gestern Abend hab ich dann mal die Oberarmtaschen designt. Da die Fleecejacke, die als Modell für den Schnitt "Pate" gestanden hat, keine Oberarmtaschen hat, musste ich mir Position und Größe erstmal selbst überlegen. Und Konzept für das Öffnen.

Ich hab den BE-X-Softshell-Parka, dessen Oberarm-Taschen mir zu groß sind. Also hab ich die mal auf ein Blatt Papier übertragen und etwas verkleinert und dann an die Original-Fleecejacke gepappt. Heraus kam, daß ich 15 cm x 10 cm sehr brauchbar finde. Da passen dann auch die meisten handelsüblichen Kulis aufrecht rein - und wenn nicht, dann wenigstens diagonal.

Ich werde davor hochkant einen (nicht verdeckten) RV zur Öffnung machen.

Da ich die Fleecejacke (wie oben erwähnt) zweilagig machen werde, könnte es sich anbieten, die Tasche zwischen die beiden Fleecelagen zu machen. Ist dann schicker. So wie Kabel unter Putz verlegen. Ist allerdings etwas komplizierter zu nähen.

In jedem Fall werde ich der Tasche ein Innenfutter aus robustem Stoff spendieren, da Fleece nicht sehr scheuerresistent ist.

Dann wiederum könnte ich dieses ganze Gebilde (bestehend aus Klettflausch und Taschenbeutel außen auf das Fleece aufsetzen und müsste es nicht zwischen den Fleece-Lagen plazieren. Bin ich mir im Moment noch nicht so sicher.

So, nach all diesen Mess-, Design- und Konzept-Gedanken kam dann doch noch ein wenig Zuschnitt.

Da ich gleichzeitig die Jacke in schwarz (mit Kryptek Typhon Besatz), oliv (mit Twill-Besatz in steingrau-oliv oder mit Multicam Tropic-Besatz) und in tan (mit Multicam Standard-Besatz) baue, kamen dann drei Häufchen Zuschnitt dabei raus:


Bild 1 - Zuschnitt des Materials für die Oberarmtaschen


Da liegen jetzt links die Teile für die schwarze Fleecejacke (2 zugeschnittene Patches, 2 vorkonfektionierte Reißverschlüsse und Taschenfutter aus schwarzem Twill, in der Mitte für Tan und rechts für OD.

Interessant dabei, daß das Klettflausch oliv exakt Ton in Ton mit dem (woanders und auch nicht nach MIL-SPEC) gekauften Fleece ist. Ist man mit der Nase weiter als 1 m weg, kann man es nicht unterscheiden.

Hier noch ein Foto aus der Designphase:


Bild 2 - wo kommt die Tasche genau hin?
Green Ant
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11

Sonntag, 4. Mai 2014, 01:17

#6

So, weiter geht's. Ich habe prototypisch mal die erste Oberarmtasche genäht und an dem Ärmel befestigt:


Bild 1 - Oberarmtasche wird angenäht


Ich habe mich dagegen entschieden, die Oberarmtasche zwischen die innere und die äußere Lage Fleece zu setzen. Das war mir zu kompliziert. Ich hab mir dabei fast einen Knoten ins Hirn gedacht. Ich habe die jetzt komplett außen auf die äußere Fleece-Schicht draufgesetzt. Das hat den Vorteil, daß man innen überhaupt nichts davon sieht und auch keine Nähte hat, die stören können.

Das Nähen auf Fleece war übrigens (obwohl ich da merkwürdiges erwartet habe - ich habe das erste Mal stretchigen Stoff verarbeitet) ziemlich simpel. Ich hab da Horrorgeschichten gehört von sich wie Kaugummi in die Länge ziehendem Fleece (wenn der Transporter es erstmal greift), aber nichts dergleichen. Alles ganz simpel. Keine Wellenbildung, kein Sich-in-die-Länge-Ziehen, nix.

So sieht es dann in fertig aus:


Bild 2 - Oberarmtasche fertig angenäht.


Hat jemand von euch schon mal so "Reißverschluß-Schlitze" genäht wie in Bild 2 zu sehen ist? Gibt's da Tricks? Die fransen in den Ecken natürlich immer aus. Ich habe mal bei meinen industriell gefertigten Klamotten nachgeschaut, wie das da gemacht ist. Die haben da offenbar so eine weißliche Schicht untergebügelt (?) und da ist nichts ausgefranstes. Wonach muss man da im Laden fragen, wenn man das auch machen will? Irgendwer 'ne Ahnung?

So, da das ganze ja von den Maßen her passte, hab ich dann mal angefangen, die restlichen Oberarmtaschen herzustellen. Hier mal die Anzeichnung für die auszuschneidenden Schlitze für die RVs:


Bild 3 - Anzeichnen für die RV-Schlitze


Wie gesagt: wie kriegt man das netter und mit weniger Arbeit hin? Irgendwer 'ne Idee?

Und hier noch zwei weitere Oberarmtaschen...


Bild 4 - noch zwei Oberarmtaschen


So, als nächstes werde ich die restlichen mal fertigstellen...
Green Ant
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12

Montag, 5. Mai 2014, 13:21

So mittlerweile sind alle Oberarmtaschen fertig. Fotos erübrigen sich, die sehen eh aus wie die vorherigen.
Green Ant
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13

Montag, 5. Mai 2014, 23:27

Oberarmtaschen alle sechs aufgenäht. Fotos wie oben das in OD. Nicht spannend genug, nochmal abgelichtet zu werden. Aber es geht ja weiter.

Als nächstes wird es frickelig, ich werde die Seitentaschen (für die Hände) basteln. Hab sowas noch nie gemacht. Mal von meinen bisherigen Fleecejacken abgucken.
Green Ant
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Dienstag, 6. Mai 2014, 19:05

Sieht top aus!

Ich sehe da keinen weiteren optimierungsbedarf bei den Reißverschlüssen. Als alternative Lösung habe ich bei einigen Jacken gesehen, das einfach an den kurzen Stücken eine Riegelnaht aus Zickzack gesetzt wurde. Zweckmäßig, aber nicht so ansehlich wie die gängige Variante...

15

Dienstag, 6. Mai 2014, 21:16

Für diese Reißverschlüsse ist auch alles in Ordnung. Es geht mir um einseitig offene RVs, wie z.B. beim Hosenstall-RV.
Green Ant
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16

Dienstag, 3. Juni 2014, 15:55

#7

So, ich hab mal die Taschenbeutel für die Fleecejackentaschen genäht (im wesentlichen nach diesem Konzept hier).

Ich fand das einigermaßen kompliziert. Keine schöne Tätigkeit. Viel Stecknadelgeschubse und keine mich zu 100% befriedigenden Ergebnisse. Und es dauert länglich.

Hier mal das Zwischenergebnis:


Bild 1 - Taschenbeutel fertig (hier nur mal die linke Seite der Jacke, die rechte hab ich auch fertig)

Was mir nicht gefällt: die Reißverschlüsse sind nicht sauber mittig im "Schlitz" des Fleece-Stoffes. Ich hab das auch nicht besser hinbekommen.

Die Rückseite (körperzugewandte Seite) des Taschenbeutels habe ich dann per Hand verstürzt gegengenäht. Das hatte den Vorteil, daß ich nicht noch einen bereits halb verschlossenen Taschenbeutel irgendwie unter die Maschine klemmen musste.

So sehen die Taschenbeutel auf der Innenseite aus:


Bild 2 - Taschenbeutel auf der Innenseite

Als nächstes werde ich noch die Napoleontaschen konstruieren. Das wird nochmal die gleiche dämliche Arbeit.

Danach kommt ein Schulterbesatz. Bei der schwarzen Jacke in Kryptek Typhon Ripstop NyCo, bei der tan-farbenen Jacke in Multicam Ripstop NyCo, bei der grünen bin ich mir noch nicht so sicher. Entweder in Kryptek Mandrake Ripstop NyCo oder in oliv.
Green Ant
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