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Montag, 10. Juni 2013, 12:12

Projekt Schutzweste Aktuell: Schnittmuster

Hallo zusammen,

wie in dem anderen Beitrag bereits angedeutet, will ich mal einen Schutzwestenprototypen bauen.

Als erstes wie immer der Gedankengang, was möchte ich bauen.
Anforderungen an das System:
  • SK1 + SK4 müssen Platz finden
  • Enger Sitz am Körper
  • Bauchgurt
  • Schnellabwurfsystem
  • Verstellbare Seitenteile ins Schnellabwurfsystem integriert
  • Bergegriff
  • Mollesystem
  • Optionaler Tiefschutz
Eventuelle Anforderungen die ich noch realisieren möchte, aber noch nicht genau weiß wie ich das machen soll:
  • Abnehmbarer Splitterschutzkragen
  • Abnehmbare Splitterschutzschulterstücke
Ich habe beschlossen den Schnittmustern eine besondere Sorgfalt zu gönnen um mich später weniger ärgern zu müssen.
Ich habe für die Konstruktion des Vorderteils ink. aller Kleinteile gut 4 Stunden gebraucht (obwohl ich nebenher Skype und dummes Zeug rede...)
Als Grundform habe ich mich grob an der SpliSchu orientiert und dort die ungefähre Form übernommen.
Das ganze musste natürlich sauber konstruiert werden. Dafür habe ich mir auf Karton Aufrisse erstellt, die ich dann auf mein Schnittmustermaterial abgewickelt habe.

Ich habe pro Teil immer nur eine Seite konstruiert und den Rest dann gespiegelt, die Abwicklungen hätten sonst echt zu lange gedauert.
Leider habe ich vergessen diesen Schritt mit der Kamera zu begleiten, wer später Interesse an den Schnittmustern haben sollte, kann die sich gerne abpausen oder ähnliches.


Hier ist eine Ansicht der Teile die später beim Westenvorderteil zur Anwendung kommen, die Tasche für die SK4 Platte habe ich da jetzt nicht beigepackt, ist eh nur eine rechteckige Hülle die am oberen und unteren Segment der Vorderseite vernäht wird.


Vorderseite des Vorderteils.
Der große Recheckike bereich wird später komplett mit Molle bestückt.
Der Untere Teil, welche jetzt doppelt liegt, wird später klappbar sein und beherbergt den Reißverschluss für den Tiefschutz.
Rechts und links von diesem Bereich kommen "Flaps" die ich oben vernähe und dementsprechend klappbar sind. Dort werden später die Seitenteile eingeklettet.
An der oberen Trennlinie entsteht das Fach für die SK4 Platten.


Rückseite des Vorderteils.
An der Trennlinie im unteren Bereich entsteht das Einschubfach für die SK1 Einlagen.
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mike« (10. Juni 2013, 12:17)


Green Ant

unregistriert

2

Montag, 10. Juni 2013, 13:19

Was ich schon mal gut finde (hab ich bei der Hose auch so gemacht), ist, das Schmittmuster immer nur für eine Seite (li. oder re.) zu konstruieren und dann die andere Seite durch spiegeln zu erzeugen. Gar nicht mal aus Aufwandsgründen, sondern weil man ansonsten beim Konstruieren rechts und links unterschiedliche Fehler macht und es dann nachher irgendwo nicht passt.

Wie hast Du das mit der Pappe denn "abgerollt"? Hast Du die draufgelegt und dann die Kanten gezeichnet? Oder mit Stecknadeln eingepiekst? Ich fand ja Folie super. Die schmiegt sich rundlichen Formen gut an und man sieht durch.

3

Montag, 10. Juni 2013, 13:31

Weder noch, ich habe mir auf Pappe nur Drauf und Seitenansichten gezeichnet, aus denen ich dann die Sichtbaren Längen abgreifen konnte und dann die wahren Längen ermittelt habe.

Ich habe dann einem möglichst einfachen Punkt angefangen diese wahren Längen mit dem Zirkel zu übertragen, im Anschluss habe ich die Abstände zwischen den Hilfslionien mit einem Kurvenlineal verbunden. Leider sieht man den Bleistift nur sehr sehr schwach auf dem Material, darum zeichne ich die wichtigen Hilfslinien und Außenlinien mit Kugelschreiber nach.

Geht sicher auch einfacher, aber ich machs wie auf der Meisterschule gelernt, da weiß ich was ich kann.
Ich lege vor jedem Ausschneiden auch nochmal alle Teile aufeinander um sicher zu gehen, dass ich nicht mehr als 1mm von meinen Zielmaßen abkomme.

Aktuell habe ich das Rückenteil als Gesamtteil konstruiert und kann mir daraus jetzt die Einzelteile ableiten, Fotos folgen wenn das Rückenteil komplett ist, wird aber noch nen par Stunden dauern, muss erstmal eine ausgiebige Pause machen. Das rumkrabbeln auf dem Boden hat seine Spuren hinterlassen :D
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mike« (10. Juni 2013, 13:48)


Green Ant

unregistriert

4

Montag, 10. Juni 2013, 13:59

Weder noch, ich habe mir auf Pappe nur Drauf und Seitenansichten gezeichnet, aus denen ich dann die Sichtbaren Längen abgreifen konnte und dann die wahren Längen ermittelt habe.

Hab ich das richtig verstanden:

Du hast gar nicht ein existierendes Modell hergenommen und "vermessen", sondern hast es quasi vor Dich hingestellt und maßstabsgetreu von vorne und von der Seite "abgezeichnet"? Und Dir dann aus der Zeichnung (unter Zuhilfenahme sphärischer Geometrie?) den Schnitt (re)konstruiert? Ist dann irgendwie sichergestellt, daß Dir das Teil passen wird?

5

Montag, 10. Juni 2013, 14:45

Ich habe mich optisch von einem existierenden Modell inspierieren lassen, die Maße etc. habe ich von meinem Körper genommen, ich habe mir schonmal eine Schutzweste für den Dienstgebrauch anfertigen lassen und wusste daher was ich wie messen muss, außerdem habe ich eine SpliSchu hier, die mir wie angegossen passt.

Ich musste jetzt also nur die Form und die Maße abändern, sprich ich musste die ganzen Rundungen der Weste konstruieren. Da ich die gemessenen Maße ja nicht so wie sie sind auf die Weste übertragen kann wegen den Körperkonturen, musste ich mittels Abwicklungsverfahren die Rundungen anpassen.

Das sollte mir dann auch passen, wir haben in Vorbereitung der Meisterprüfung aus Blech eine Ritterrüstung gebaut, diese Kenntnisse versuche ich jetzt auf das nähen meiner Weste zu übertragen.

Bin aktuell aber noch ratlos wie ich den abnehmbaren Kragen und die Schulterteile realisieren soll. Glaube nicht das sich die Teile mit dem Schnellabwurfsystem vertragen.
Zur Befestigung habe ich an diesen Reißverschluss gedacht.

EDIT: Habe gerade festgestellt, dass sich der Kragenschutz nicht mit dem Abwurfsystem vereinbaren lässt. Werde den wohl weglassen müssen oder den Kragen seperat ausarbeiten.
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mike« (10. Juni 2013, 14:52)


6

Dienstag, 11. Juni 2013, 23:20

"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mike« (11. Juni 2013, 23:43)


Green Ant

unregistriert

7

Mittwoch, 12. Juni 2013, 00:18

Du willst alles noch mit Einfassband umfassen, schreibst Du.

Zum einen hat TacticalTrim das Einfassband ja nicht in Flecktarn, so daß Du Dir vermutlich olives (in 25 mm Breite) bestellt hast. Das ist ja dann leider unvermeidbar eine andere Farbe, die da ins Spiel kommt.

Das nächste, was mir einfällt, ist, daß Du das Einfassband ja noch an den Seiten einschlagen musst. Das ist (ich hab es selbst noch nicht gemacht, nur drüber gehört) ein unerhört nerviger Vorgang. Und Du brauchst eine Einfassband-Führungsschiene. In die steckst Du vorne das Einfassband rein und hinten kommt es umgeschlagen wieder raus. Dort sollte schon das maximal heiße Bügeleisen warten, daß die Umklappungen fixiert. Und dahinter direkt die Rolle, auf die Du es aufwickelst. Von sich aus hält es nicht so gerne länger in der umgeklappten Position.

Wenn Du das 25 mm Einfassband derart bearbeitet hast, ist es noch ca. 8 mm breit. Das wird dann schonmal etwas friemelig, es zu verarbeiten.

Dann noch dieser Gedanke: Du machst Einfassband um Cordura 1000. Einfassband ist eigentlich als "Stoßstange" für Stoffkanten gedacht, die sonst leiden. D.h. das Einfassband ist üblicherweise von "härterer" Bauart als der Stoff, um den es drumgenäht ist. Das ist aber bei Cordura 1000 nicht möglich. Das wäre in etwa so wie wenn Du um einen Leo 2 eine Trabbi-Stoßstange montierst, die ihn vor Beulen schützen soll.

Alternativ könntest Du (zumindest auf einigen Fotos hab ich das gesehen) Taschenpatten verstürzen, sprich, rechts auf rechts aneinandernähen und dann umklappen. Dann ist die Naht innenliegend und somit auch geschützt. Selber Zweck erreicht.

Dazu muß man aber ordentlich Nahtzugabe geben. Bzw. gegeben haben, denn der Schnitt ist ja bei Dir schon gemacht.

SR Tactical

Corduraquälender Administrator

Beiträge: 546

Wohnort: Kaiserslautern

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8

Mittwoch, 12. Juni 2013, 07:06

Ich würde die Naht hier auch innenliegend auslegen!
Stefan Roth
Haspelstraße 44
67657 Kaiserslautern

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Tel.: 0631/3606122

Handmade Cordura Gear

Ja, ich arbeite für Messer.

9

Mittwoch, 12. Juni 2013, 08:26

Danke für die Anregungen, Aufgrund des mehrlagigen Aufbaus kann ich nicht überall innenliegenden Nähte verwenden. Zwei meiner Bekannten, die auch Plattenträger nähen, nutzen ebenfalls das Einfassband und das ohne Hilfsmittel.

Ich werde mich einfach überraschen lassen, wenn das mit dem Einfassband klappen sollte, ist das schön, wenn nicht, dann eben nicht.
Auf die Idee bin ich gekommen als ich das Modell hier gesehen habe:
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Green Ant

unregistriert

10

Donnerstag, 13. Juni 2013, 11:16

Also die Splitterschutzwesten, die ich bei der Bw anhatte, waren auch überall schön knautschig gepolstert, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Hast Du das auch noch vor? Wenn ja, mit welchem Material? Netzgewebe-Abstandsgewirk eventuell?

Und ist die Lieferung von Sebastian schon angekommen und hast Du schon ausprobiert, wie das mit dem Einfassband klappt?

Meine ersten selbst gesammelten Erfahrungen warten da ja noch auf die Fertigstellung des Hosenprojekts.

Mal sehen, ob ich schon mal eine Skizze für einen Schnitt anfertige. Thread gibt's ja schon.

11

Donnerstag, 13. Juni 2013, 14:05

Ja, die Lieferung ist angekommen, habe bereits gestern die ersten Teile eingefasst, ist ne scheiß Arbeit :D
Ich schreib da nacher was zum, gibt dann auch neue Bilder meiner Erfahrungen.

Wenn man Einfassband nimmt muss man halt sehr vorsichtig nähen. Habe eben einen Maschinenfuß bestellt, der das Einfassband automatisch um die Kante legt und sogar Schrägband falzen und gleichzeitig umlegen kann.

Polsterung ist nicht geplant, diese Funktion übernehmen die SK1 Einlagen.
Die SK und ST sind beide ebenfalls ohne Abstandsgewirk, auch dort Polstern die Sk1 Einlagen.
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Der_Stuffz

Corduraknecht

Beiträge: 564

Wohnort: Berlin

Beruf: Selbstständig

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12

Montag, 17. Juni 2013, 13:08

Würde Abstandsgewirk nehmen, da das auch der Belüftung dienlich ist.

Green Ant

unregistriert

13

Dienstag, 9. Juli 2013, 00:03

Mich würde ja interessieren, ob es inzwischen weitergegangen ist. Finde das ein ziemlich spannendes Projekt. Mike? Noch da?

14

Dienstag, 9. Juli 2013, 14:13

Hey,

ja ich bin noch da und mit der Weste ging es auch ordentlich weiter.
Ich muss die nur noch zusammenbauen und Einfassen.

Aber in der Zwischenzeit ist viel Passiert, ich habe ne aufregende neue Maschine bekommen und bin in Arbeit versunken, daher kam auch nix mehr von mir.

Zum Einfassen, von Hand ne kack Arbeit, für meine neue Maschine bekomme ich jetzt einen Nähfuß der das kann :thumbsup:

Ich werde mich wenn ich meinen Berg hier weggearbeitet habe mal ausführlich melden und hier mit Bildern weitermachen! Habe alles immer brav geknipst
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Green Ant

unregistriert

15

Dienstag, 9. Juli 2013, 14:15

Sehr schön! Freu mich drauf.

Was für eine neue Maschine hast Du?

16

Dienstag, 9. Juli 2013, 14:17

Habe eine Husqvarna viking Designer gekauft. Das Teil kann auch CNC-Sticken.

Die Maschine ist zwar nicht kräftiger als meine Singer, aber das nähen geht doppelt so schnell da alles von der Maschine gemacht wird, alles ist frei programmierbar, einfach nur ein Traum^^
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

17

Dienstag, 9. Juli 2013, 14:20

Oha. Google ruft mir zu Deiner Maschine deutlich kräftig vierstellige Anschaffungskosten auf... Caramba!

18

Dienstag, 9. Juli 2013, 14:22

Jepp die Anschaffung war echt bitter.
Aber die Vielfalt ist einfach unglaublich, gibt quasi nix was die nicht kann.

Edit: Ich muss dazu sagen, dass ich mich in der Zwischenzeit auch im Nebengewerbe verselbständigt habe, da musste einfach ne Maschine her die auch Sticken kann damit sich der Wirkbereich vergrößert.
Habe mir auch schon 1-2 Sachen schützen lassen, die ich dann vorstelle wenn die Anträge durch sind.
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

19

Dienstag, 9. Juli 2013, 14:33

Ich denke, nach den Erfahrungen mit der Hose geh ich mal ganz unverbindlich ins Nähmaschinen Center Berlin und lasse mir mal zeigen, was es da alles für Maschinen gibt, die das können. Wir ja schon im Hosen-Thread geschrieben: einiges ist mit meiner Maschine einfach kompliziert, fehleranfällig, nervig und wird dann nichtmal schön, weil es eigentlich mit einer dafür nicht voll geeigneten Maschine gemacht wird.

Und dann schaue ich mal, was die da für Preise aufrufen. Ich denke, ich tendiere zu 'nem Doppelnadelsystem mit Dreifachtransporter und Nähsäule von Adler... Da wäre ich dann 'nen knappen Tausender los... aber erstmal beraten lassen...

20

Dienstag, 9. Juli 2013, 14:52

Ja das mit dem Doppelnadelgedöns war mir auch wichtig.

Meine Maschine kann auch mit 2 Nadeln gleichzeitig arbeiten und neben dem Sensorgesteuerten Transporteur kann ich auch noch einen Obertransportmechanismus aufstecken.
Bin mal gespannt was ich da bei dem Lehrgang alles gezeigt bekomme UND wie die ganzen Mütterchen auf mich reagieren^^
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966