Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tacticaltrim Community. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Dienstag, 28. Mai 2013, 22:32

Projekt "Feldstechertasche"

Hallo,

die Multicam-Haglöfs-Hosenkopie ist noch lange nicht fertig, aber ein nächstes Projekt zeichnet sich ab. Ein Freund von mir hat sich auf Ebay ein gutes altes Fernglas von VEB Carl Zeiss Jena ersteigert, das er gerne für die Pirsch benutzen möchte. Mit dabei war auch eine Tasche.

Diese Tasche ist das Problem.

Es handelt sich dabei um eine mit altem, speckigem Kunsteleder überzogene Art "Hartschalenkoffer für Ferngläser". Der Trageriemen des Fernglases läuft durch die Tasche, sprich, man hat die Tasche immer zwischen sich und dem Fernglas baumeln.

Die Tasche ist zum einen total abgegriffen, zum zweiten platzt das alte Leder weg und zum dritten ist die Tasche fast so schwer wie das Fernglas.

Für diese Tasche hätte er gerne eine Ersatztasche.

Mit dem Projekt beschäftige ich mich gedanklich schon ein wenig beim Nähen der Multicam-Hose (s.o.).

Hier werde ich mal über den Projektfortschritt berichten.

2

Dienstag, 28. Mai 2013, 22:59

#1

Da ich mich beruflich mit Produktspezifikationen beschäftige, geh ich spaßeshalber an die Feldstechertasche mal so heran, wie ich auch beruflich an ein Projekt rangehen würde: ich stelle mal ein Lasten- und ein Pflichtenheft zusammen.

Lastenheft ("Was soll die Tasche leisten?")

[1]: Die neue Feldstechertasche soll robust sein und es ohne Schaden aushalten, wenn man damit mal durch Gestrüpp läuft.

[2]: Sie soll eine Umhängetasche sein, eine Befestigung am Rucksack oder am Gürtel ist nicht gewünscht.

[3]: Man soll aus ihr das Fernglas rausholen können und sie soll dann nicht mehr mit "rumbaumeln". Fernglas und Tasche sollen keine Einheit sein.

[4]: Sie soll leise auf- und zumachbar sein.

[5]: Sie soll nicht militärisch aussehen, aber im Wald nicht auffallen.

[6]: Sie soll enger oder weiter schnallbar sein.

[7]: Sie soll einigermaßen regenabweisend sein - das Material soll sich nicht vollsaugen von Nässe. Regen soll von oben nicht reintropfen können.

[8]: Sie soll bei Belastung (sprich: Fernglas ist drin) nicht wie ein Beutel sein, also so leidlich ihre Form behalten.

[9]: Man soll das Fernglas in der Tasche auf Boden im Gelände abstellen können (also auch potentiell auf steinigem Untergrund), ohne daß das Fernglas was davon mitkriegt.

Auf 9 Anforderungen komme ich. Vielleicht kommen noch ein paar dazu.

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (19. Juli 2013, 11:54)


3

Dienstag, 28. Mai 2013, 23:40

#2

So, nun mal der erste Versuch für das dazugehörige Pflichtenheft:

Pflichtenheft ("Wie macht die Tasche das?")

Zu [1]: Die Tasche wird aus Cordura 1100 den gefertigt. Nähte werden mit Polyester-Ripsband eingefasst (Nylon ist nicht verfügbar).

Zu [2]: Die Tasche bekommt einen Tragegurt aus 5 cm breitem Polyamid-Gurtband.

Zu [3]: Der Fernglas-Trageriemen läuft (im Gegensatz zur derzeitigen Hartschale) frei. Er ist nicht mit der neuen Tasche verbunden.

Zu [4]: Als Schließe wird ein schöner großer Slotted Button verwendet.

Zu [5]: Das ganze in Farbe oliv uni.

Zu [6]: Der Trageriemen wird mit zwei Square Rings an der Tasche befestigt (nicht festgenäht, sondern mit Klettband abnehmbar) und mit einem Triglide einstellbar gemacht.

Zu [7]: Das Cordura ist PU-beschichtet, dadurch ist das ganze einigermaßen regenabweisend. Die Tasche wird eine Kappenform haben.

Zu [8]: Ich werde den Boden und evtl. den Rücken der Tasche verstärken, beispielsweise mit formgebenden Abstandsgewirk.

Zu [9]: Wird durch [8] gleich mit erledigt.

Mal sehen, wie das weiter geht. Ich werde als nächtes mal eine Skizze machen.

Freue ich über jeden Tipp zu diesem Projekt!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »jore« (29. Mai 2013, 22:34)


4

Mittwoch, 29. Mai 2013, 09:18

Bin sehr gespannt auf Deinen Entwurf, überlege auch gerade über eine Verpackungs-/Transportmöglichkeit für zwei hochwertige Gläser.

5

Mittwoch, 29. Mai 2013, 22:56

#3

So, die Materialien sind von Tacticaltrim geliefert worden. Hier mal ein Foto:


Bild 1 - Materialien für die Feldstechertasche

Wir haben hier:
  1. Klettband 5 cm Flausch oliv
  2. Square Ring 5 cm oliv
  3. Dreisteg/Triglide 5 cm oliv
  4. Einfassband Polyester 2,5 cm oliv
  5. Klettband 5 cm Haken oliv
  6. Gurtband Polyamid 5 cm oliv
  7. Cordura Stoff oliv
  8. Langlochknopf 1,9 cm oliv
Abstandsgeflecht habe ich noch, Netzstoff ebenso, einfachen oliven Baumwollstoff, der als Futter verwendbar ist, auch.

Bin mir noch nicht so ganz sicher, ob mir im Nachhinein der 1,9 cm breite Knopf gefällt. Ich glaube, ich lege mir noch mal ein paar von den 2,8 cm breiten in den Warenkorb.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (13. Juni 2013, 14:04)


Green Ant

unregistriert

6

Donnerstag, 13. Juni 2013, 13:52

#4

So, ich habe mal einen Entwurf für einen Schnitt angefertigt, den ich hier gerne mit ein paar Fragen mal zur allgemeinen Belustigung (und Diskussion) einstellen möchte:


Bild 1 - Entwurf: Schnitt für Feldstechertasche


Das Fernglas hat eine Breite unten von 21 cm, eine Höhe von 20 cm und eine Tiefe von 7 cm.

Daraus ergibt sich für mich folgende Bounding Box für die Anfertigung einer Tasche: H x B x T = 22 cm x 21 x 8 cm.

Ich rechne also in jeder Dimension noch 1 cm Luft dazu, damit man das Fernglas nicht stopfen muß und damit ich problemlos noch Futter oder Gewebeverstärkung (Abstandsgewirk bspw.) einbringen kann.

Ich gehe mal die Skizze durch - wir haben:

(1) Dieses Teil geht von vorne nach unten nach hinten durch und endet im Deckel. Die Deckel-Ecken werde ich etwas abrunden (Kurvenradius der Rundung etwa 2 cm). Ich nenne dieses Teil mal "Hauptteil" im weiteren Verlauf dieses Threads. Was besseres fällt mir da gerade nicht ein.

(2) Das ist ein Seitenteil. Davon gibt es zwei. Unten ist es abgerundet, Kurvenradius ebenfalls ca. 2 cm.

(3) Das ist das andere Seitenteil. Ist identisch.

(4) Knopf zum Zuknöpfen. Gewünscht ist ein Slotted Button.

(5) Dies ist der Deckel. Er ist dasselbe Teil wie Teil Nr. (1).

(6) Hier habe ich mal "Ohren" angezeichnet. Ich könnte mir vorstellen, den Deckel oben etwas zu verbreitern (vielleicht ca. 1 cm pro Seite), damit er auf jeden Fall über die Seitenteile hinausragt und nicht einfach so Regen von oben hineinfallen kann.

Ich habe mich noch nicht ganz entschieden zwischen zwei möglichen Fertigungsarten:

Alternative 1: Zusammennähen von Hauptteil und Seitenteilen links auf links

Das würde bedeuten, daß ich auf jeden Fall mit Einfassband alle Kanten umfassen muss. Es wäre aber auch ein einheitliches Aussehen, denn das muss ich ja beim Deckel sowieso.

Alternative 2: Zusammennähen von Hauptteil und Seitenteilen rechts auf rechts

Das würde zwei verdeckte Nähte bedeuten, die ich nicht schützen muss. Allerdings müsste ich dennoch den Deckel mit Einfassband umgeben. Könnte doof aussehen. Aber es erspart auf jeden Fall Arbeit.

Wie gesagt, ich nehme hier gerne Tipps und Meinungen entgegen! Anyone???

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (13. Juni 2013, 14:04)


Green Ant

unregistriert

7

Samstag, 13. Juli 2013, 00:42

#5

So, das Projekt nimmt Fahrt auf. Hab mal ein paar Berechnungen gemacht...


Bild 1 - Erste Berechnungen für die Maße


...und dann eine Schablone für die beiden Seitenteile ausgedruckt (das Quadrat ist die Stelle, an der die Gurthalterung angenäht wird:


Bild 2 - Schablone für die Seitenteile


Angezeichnet:


Bild 3 - Seitenteile angezeichnet


Das dritte Teil ist ein langweiliges langes Rechteck. Kann sich jeder von euch vorstellen. Brauche ich kein Foto von. Wenn doch nicht, dann guckt euch den langen olivfarbenen Balken unter dem Schriftzug "TACTICALTRIM.DE" ganz oben auf dieser Seite an. Ungefähr so.

Dann habe ich angefangen, die Gurthalterungen anzubringen:


Bild 4 - Angenäht. Hier sieht man, daß ich eigentlich einen guten Heißschneider brauchen könnte.


Das ist der erste Schritt, weil ich danach innen noch einen Futterstoff annähen werde und die Annäh-Naht für die Gurthalterungen (die Square Rings) nicht durch das Futter gehen und im Innenraum der Tasche sichtbar sein sollen. Sieht schicker aus, wenn innen gar keine Nähte zu sehen sind. Naja, fast keine.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (14. Juli 2013, 00:47)


Green Ant

unregistriert

8

Samstag, 13. Juli 2013, 00:50

#6

Ich hatte zuvor übrigens mal versucht, durch einen Schrägbandeinfasser-Fuß Ripsband umzufalzen und im selben Verarbeitungsschritt testweise mal an einen Fetzen Cordura zu nähen.

Das ist mir nicht gelungen. Ich habe den Eindruck, daß Ripsband zu dick und "unbiegbar" ist, um sich geschmeidig durch einen Schrägbandeinfasser-Fuß durchzufädeln. Auf der einen Seite ist das verständlich, weil es ja nicht so flexibel wie Schrägband ist. Auf der anderen Seite hätte ich gedacht, daß das sooo viel ja nicht ausmacht.

Ich meine, ich habe irgenwo mal eine Diskussion hier überflogen, in der stand, daß es im Outdoor- und Tactical-Bereich unüblich ist, beim Einfassen von Nähten doppelt umzufalzen, da eben Ripsband anstelle von Schrägband verwendet wird, bei dem das ja eigentlich auch nicht nötig ist.

Hab ich das richtig in Erinnerung? Anyone?

9

Samstag, 13. Juli 2013, 02:17

Ja korrekt, Rips/Einfassband wird NICHT gefalzt.
Für die günstigen Maschinen gibt es leider kaum Nähfüße die Einfassband verarbeiten können, mit ein wenig Übung geht das aber super von Hand.
Bekomme nächsten Monat einen Nähfuß für meine Husqvarna geliefert der das angeblich kann.


Mein Tipp:

Besorg dir aus dem Bürobedarf Dokumentenklammern in verschiedenen Größen und klammer dir das Einfassband gleichmäßig um das Werkstück bevor du nähst, so musst du es vorher nicht umbügeln und hast gleichmäßige Ergebnisse. Wenn du nur recheckig bei gleichbleibender Materialdicke aufnähst, kannst du recht weit am inneren Rand langnähen, wenn die Materialdicke aber wechselt oder Rundungen drin sind, solltest du weiter am Außenrand nähen.
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

SR Tactical

Corduraquälender Administrator

Beiträge: 546

Wohnort: Kaiserslautern

  • Nachricht senden

10

Samstag, 13. Juli 2013, 09:13

Die Gurtmontage solltest du anders lösen, falte das eine Ende unter das Andere, dann hast du eine saubere Kante!
Stefan Roth
Haspelstraße 44
67657 Kaiserslautern

http://www.facebook.com/sr.tactical

www.sr-tactical.de
info@sr-tactical.de

Tel.: 0631/3606122

Handmade Cordura Gear

Ja, ich arbeite für Messer.

Green Ant

unregistriert

11

Samstag, 13. Juli 2013, 13:16

Hallo Mike,

Ja korrekt, Rips/Einfassband wird NICHT gefalzt.
Für die günstigen Maschinen gibt es leider kaum Nähfüße die Einfassband verarbeiten können, mit ein wenig Übung geht das aber super von Hand.
Bekomme nächsten Monat einen Nähfuß für meine Husqvarna geliefert der das angeblich kann.

Doch doch, für meine Maschine habe ich bereits einen Fuß, der Einfassband zuführt, nur hat das TacticalTrim-Ripsband eine Materialstärke, die für die korrekte Zuführung durch den Fuß zu dick (und damit unflexibel) ist. Soll ja auch so sein, für Outdoor-Einsatz wollen wir das ja auch alle so.

Hier ist übrigens der Fuß, den ich habe. Den habe ich hier im Laden gekauft (übrigens ein super Laden, kann ich sehr empfehlen, die kümmern sich toll um ihre Kunden) und da ich etwas zweifelnd geguckt habe, haben wir den gemeinsam ausgepackt, ein Schrägband (25 mm) von denen eingefädelt und ein paar Takte vernäht. Hat super funktioniert.

Das Ripsband ist allerdings wesentlich starrer und steifer als das Schrägband, das ich dort vor Ort getestet habe. Und es ist definitiv zu störrisch, um es einzufädeln. Bzw., wenn ich es einfädele, dann kann ich es unten nur mit so viel Kraft rausziehen wie die Maschine in keinem Fall über den unteren Transporter aufzubringen in der Lage ist. Sie näht dann auch auf der Stelle und der Transporter hört sich dabei einigermaßen verzweifelt an.

Zitat

Mein Tipp: Besorg dir aus dem Bürobedarf Dokumentenklammern in verschiedenen Größen und klammer dir das Einfassband gleichmäßig um das Werkstück bevor du nähst, so musst du es vorher nicht umbügeln und hast gleichmäßige Ergebnisse.

Den Tipp mit den Heftklammern hab ich von Dir doch schon längst übernommen, Du hattest sogar ein Dankeschön dafür abgekriegt, siehe hier!

Zitat

Wenn du nur rechteckig bei gleichbleibender Materialdicke aufnähst, kannst du recht weit am inneren Rand langnähen, wenn die Materialdicke aber wechselt oder Rundungen drin sind, solltest du weiter am Außenrand nähen.

Ok, das versuche ich mal.

Green Ant

unregistriert

12

Samstag, 13. Juli 2013, 13:22

Hallo Stefan,

Die Gurtmontage solltest du anders lösen, falte das eine Ende unter das Andere, dann hast du eine saubere Kante!

Stimmt. Da hast Du Recht. Ich versuche mal, ob meine Maschine 3-faches Gurtband plus Cordura noch packt. Wenn ja, mach ich das wieder auf und mach es anders. Danke für den Tipp.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (14. Juli 2013, 00:48)


Green Ant

unregistriert

13

Samstag, 13. Juli 2013, 13:37

#7

Cool. Funktioniert. Finde gerade ganz super, daß dieses neue Projekt noch ein paar andere Nähtechniken erfordert als die Hose. Da lerne ich dann wenigstens noch was dazu.

Hier mal ein Test:


Bild 1 - Ripsband ohne Falz und 3-faches Gurtband

Green Ant

unregistriert

14

Samstag, 13. Juli 2013, 16:17

#8

So, die beiden Seitenteile sind nun fertig. Es ist die Halterung für den Trageriemen angebracht (das Ende untergeklappt, so wie SRTactical das vorgeschlagen hat). Innen habe ich Netzgewebe als Futterstoff verwendet. Erschien mir nach ein bißchen Nachdenken doch etwas stabiler als der ursprünglich vorgesehene einfache Baumwollstoff - v.a. nimmt es keine Feuchtigkeit auf und wird nicht klamm. Was vielleicht nicht ganz unwichtig ist, wenn man mit der Tasche und dem Glas bei feuchter Witterung auf Pirsch ist oder ansitzt.

Oben habe ich das ganze mit Ripsband eingefasst. An den Seite nicht, denn dort wird es links auf links vernäht und danach kommt Ripsband drüber. Daher ist an diesen Seiten auch keine Versäuberung. Mal ganz davon abgesehen, daß PU-beschichtetes Cordura und auch Netzgwebe beide nicht zum Ausfasern neigen.


Bild 1 - Seitenteile fertig

15

Sonntag, 14. Juli 2013, 10:30

Hey, das sieht doch schon klasse aus :)

Der von dir verlinkte Nähfuß ist für Schrägband, Einfassband ist was komplett anderes, Einfassband gibt es beim "normalen" Nähen nur äußerst selten, darum gibt es keine passenden Füße für die günstigen Maschinen mit denen du 20mm Band aufnähen könntest.

Ich bin mal gespannt wie die fertige Tasche dann aussieht, beim Gurtband musst du aber immer das Ende umlegen oder aber mit nem kleinen ZickZack veredeln, sonst schubbern sich da immer mal wieder Fäden raus.

So, nach den schicken Eindrücken klemme ich mich auch wieder hinter die Maschine :)
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

16

Sonntag, 14. Juli 2013, 11:54

Moin Mike,

Hey, das sieht doch schon klasse aus :)

Der von dir verlinkte Nähfuß ist für Schrägband, Einfassband ist was komplett anderes, Einfassband gibt es beim "normalen" Nähen nur äußerst selten, darum gibt es keine passenden Füße für die günstigen Maschinen mit denen du 20mm Band aufnähen könntest.

Ja, so langsam scheint mir das auch so, daß der gerade Fadenverlauf da 'ne riesigen Unterschied macht, der auf der einen Seite dafür sorgt, daß das Einfassband haltbar ist, auf der anderen Seite aber auch, daß es weniger flexibel ist (und sich so bspw. nicht so gut um Kurven schmiegt - oder aber in einen Nähfuß schieben lässt).

Zitat

Ich bin mal gespannt wie die fertige Tasche dann aussieht, beim Gurtband musst du aber immer das Ende umlegen oder aber mit nem kleinen ZickZack veredeln, sonst schubbern sich da immer mal wieder Fäden raus.

Ja, da hat Stefan mir ja schon den Tipp mit dem Umlegen gegeben. Danach sieht es wirklich super gut aus. Und meine Maschine kommt auch noch anständig durch. Wobei sie im Moment arg klackert. Ich hoffe, ich habe mir nicht irgendwo bei den dicken Schichten der Hose 'ne Unwucht eingefangen.
Dann mal gutes Gelingen!

Gruß,

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (14. Juli 2013, 13:01)


17

Sonntag, 14. Juli 2013, 12:22

Mich würde mal interessieren ob es nicht noch eine andere Möglichkeit neben Umlegen oder ZickZack gibt. Werde mich in die Richtung mal informieren.

Dann mal gutes Gelingen!


Danke :) Zumindest bei der Tasche habe ich Routine, mit den 4 die ich gerade mache habe ich dann schon 22 Stück von der Sorte gebaut.
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

18

Sonntag, 14. Juli 2013, 12:59

Mich würde mal interessieren ob es nicht noch eine andere Möglichkeit neben Umlegen oder ZickZack gibt. Werde mich in die Richtung mal informieren. [..] Zumindest bei der Tasche habe ich Routine, mit den 4 die ich gerade mache habe ich dann schon 22 Stück von der Sorte gebaut.

Naja, Du kannst vermutlich mit Laser schneiden, dann ist das Ende gleich versäubert - außer, Du hast keinen Laser. Aber an deiner neuen Maschine ist doch bestimmt 'n Laser mit eingebaut :P

Was für 'ne Tasche nähst Du? Die, zu der Du hier schonmal was geschrieben hattest? Wo dann der Reißverschluß so'n bißchen schief wurde?

Gruß,

Green Ant

unregistriert

19

Sonntag, 14. Juli 2013, 16:13

#8

So, jetzt habe ich mal die beiden Seitenteile jeweils an ihren Unterenden an das laaaaange Teil (hier in der Skizze ist es Teil Nr. 1) angenäht. Habe ziemlich genau drauf acht gegeben, daß die beiden Seitenteile sich auch wirklich genau gegenüber liegen, damit ich nicht nachher eine windschiefe Tasche habe.


Bild 1 - Seitenteile (Wangen) der Tasche an das große Vorderseiten-Unterseiten-Rückseiten-Deckel-Teil angenäht (das gegenüberliegende Teil ebenso - ist hier nur nicht auf dem Foto drauf)


Mit der Unterseite habe ich deswegen angefangen, weil ich ja jetzt an den Seitenteilen entlang weiter mit dem Teil Nr. 1 zusammennähe (dem langen Teil) zusammennähe und auf so einer langen Strecke (Teil Nr. 1 ist ist ca. 70 cm lang, da es ja die komplette Frontseite, Unterseite, Rückseite, Oberseite und Deckel ist). Und entlang beider Nahtkanten (d.h. sowohl beim rechten wie auch beim linken Seitenteil) werden sich Fehler einschleichen und je länger die Naht, desto eher verrutscht etwas und desto eher komme ich hinten "windschief" raus.

Auf diese Weise aber werde ich 2x kleine Fehler machen: zum einen, wenn ich von der unteren Naht ausgehend die Vorderseite nach oben annähe (nur ca. 20 cm hoch) und zum anderen die Naht die Rückwand hoch (auch nur ca. 20 cm). Bei kurzen Nähten potenziert sich der Fehler nicht so wie auf einer langen.

Hier hefte ich gerade die Vorderseite an Ort und Stelle:


Bild 2 - Seitenteil an Vorderteil anheften linke Seite


Dito auf der anderen Seite:


Bild 3 - Seitenteil an Vorderteil anheften rechte Seite


Schwierig sind die "Ecken" zu nähen, weil dafür eigentlich der Nähfuß zu groß ist. Gibt es da Tricks? Ich weiß, derzeit ist es gängig, Taschen rechts-auf-rechts zu vernähen und dann umzustülpen, da muß man das nicht machen - oder wenn man die innenliegenden Nähte mit Einfassband einfassen will, sind das nur "Außenkurven", keine Innenkurven und das geht natürlich besser.

Wie macht ihr das? Mach nur ich das? Irgendein Tipp? Hab schon mal den RV-Fuß genommen, weil der kleiner ist, das hilft aber auch nur wenig.

20

Sonntag, 14. Juli 2013, 18:29

Ich hatte das selbe Problem bei meinen Magazintaschen, habe dann einen entsprechend kleinen Fuß für meine Maschine zugelegt. Ist zwar immernoch Fummelarbeit, aber geht leichter von der Hand.

Wenn du 3-4 so Taschen gemacht hast, bekommst du auch ein Gefühl dafür wie du den MIst halten und nähen musst.

Aber an deiner neuen Maschine ist doch bestimmt 'n Laser mit eingebaut

Nein das nicht, aber die Idee ist gut. Ich biete neben dem Gearzeugs ja auch Laserarbeiten an... werde Morgen mal schauen ob die das hinbekommen :D
Will nächstes Jahr auch eine eigene entsprechend große Lasermaschine kaufen.

Was für 'ne Tasche nähst Du?
Habe heute nochmal 4 von den Handgranatentaschen gemacht, die wir uns beim Marken und Patentamt haben schützen lassen : )
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966