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41

Montag, 10. Juni 2013, 00:00

Respekt!
Ich vermute das sowas erst durch Wiederholung zu dem gewünschten Ergebnis führt. Ich würde mir sowas noch lange nicht zutrauen.

Darf man fragen wie lange du jetzt schon mit Nadel und Faden zu gange bist?
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

42

Montag, 10. Juni 2013, 09:58

Darf man fragen wie lange du jetzt schon mit Nadel und Faden zu gange bist?

Seit März erst. Ich glaube, wenn man einigermaßen geradeaus denken kann, dann kann man sich solche Projekte auch als Anfänger vornehmen. Das handwerkliche Geschick ist m.E. zweitrangig. Wichtiger ist, daß Du halbwegs intuitiv auffasst, wieso Dinge so genäht sind wie sie genäht sind. Das erschließt sich aber jemandem mit einigermaßen brauchbarem Draht zu math.-naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und einem positiven Verhältnis zur Physik dieser Welt i.d.R. bei 5 min Nachdenken von sich aus.

Als zweites ist es glaube ich gut, wenn man auch konzeptionelle Arbeit mag - und nicht nur, daß die Nadel surrt.

Ich glaube, ein Großteil des Erfolges passiert bei der Planung "Was näh ich in welcher Reihenfolge wohin?"

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (14. Juni 2013, 13:02)


Green Ant

unregistriert

43

Dienstag, 11. Juni 2013, 23:30

#23

So, jetzt geht's an den Reißverschluß am Eingriff. Das letzte größere Teilprojekt vorm großen Zusammennähen.

Hier wie üblich erstmal, was das Original so "kann":


Bild 1 - Eingriff an er Original-Hose


Der Eingriff ist mit einem Reißverschluß und einem Knopf im geraden Bund (den näh ich später an) gestaltet. So öffnet man die Hose. Jetzt mal ein genauer Blick darauf, mit wievielen Teilen wir es zu tun haben:


Bild 2 - Wieviele Teile hat die gesamte Baugruppe Eingriff?


Gehen wir's mal durch:

Teil 1: Der Reißverschluß selbst. (Nicht nur der Schlitten, auf dem die "1" draufsteht, auch die beiden Spiralen-Zahnreihen rechts und links).

Teil 2: Auf der rechten Seite (hier im Foto natürlich links, weil Blick von vorne drauf und nicht aus Sicht des Trägers) ein oranger Futter-Besatz hinterm RV, der sog. "Untertritt". Der wird natürlich nicht orange werden in der Kopie.

Teil 3: Auch die linke RV-Hälfte (hier natürlich rechts im Bild) ist wie üblich nicht direkt am Oberschenkel-Vorderteil angebracht, sondern an einem Besatz, der verstürzt am Oberschenkel-Vorderteil dran ist (verstürzt deswegen, damit man keine Nähte sieht).

Teil 4 und Teil 5: die beiden Oberschenkel-Vorderteile. (Nr. 4 ist der Untertritt, also das Teil, was nachher unten liegt beim Schließen des Hosenstalls und Nr. 5 ist der Übertritt.)

Ich habe lang gegrübelt und ich glaube, ich werde das in folgender Reihenfolge machen:

1. Ich erstelle mir das Teil 2 (schneiden, versäubern, umklappen).
2. Ich nähe den RV auf das Teil 2 (ausgemessen: die Zähnchen müssen genau 3,5 cm Abstand zur Kante haben).
3. Ich klappe am re. Oberschenkelteil die entspr. Stelle um und nähe das in 2. entstandene Teil an.
4. Ich erstelle mir das Teil 3 (schneiden, versäubern).
5. Ich nähe den RV an Teil 3.
6. Ich nähe Teil 3 mit dem RV an das Oberschenkelteil li. an. und verstürze es.
7. Ich nähe von außen die Naht.

Man beachte, daß man auf Bild 1 sehen kann, daß auf dem rechten Oberschenkelteil keine Naht direkt an der Kante zu sehen ist außen, auf rechts. Auf Bild 2 sieht man, daß nur auf Teil 3 (den Beleg hinter dem Übertritt) eine Naht zu sehen ist. Das bedeutet, daß das nur "einseitig verstürzt" ist. Da es mich gewundert hat, wieso das so ist, hab mal testweise alle meine Hosen angeschaut. Ist überall so. Merkwürdig. Naja. Ist wahrscheinlich nicht so wichtig.

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (14. Juni 2013, 13:03)


Green Ant

unregistriert

44

Mittwoch, 12. Juni 2013, 10:04

#24

So, die ersten paar Schritte habe ich gestern Abend dann noch ausgeführt. Ich habe den Futter-Besatz geschneidert und den Reißverschluß auch schon aufgenäht, siehe hier:


Bild 1 - Futter-Besatz (Untertritt) geschneidert


Der braune Strich auf dem Untertritt ist noch eine Anzeichnung, weil das Stück Stoff mal woanders für gedacht war, der wäscht sich dann beim ersten Waschgang raus (jedenfalls lt. Angabe auf dem Stift...).

Wie im Original sind die Zähnchen genau 3,5 cm vom Rand entfernt.

Als nächstes habe ich es an das rechte Oberschenkelteil genäht:


Bild 2 - Reißverschluß mit Futter-Besatz (Untertritt) an re. Oberschenkelteil genäht


Dabei hab ich das erste Mal den Reißverschlußfuß sinnvoll eingesetzt. Bislang hat der mir mehr Probleme bereitet als er genutzt hat.

Heute Abend werde ich dann den Besatz am anderen Oberschenkelteil anbringen und verstürzen und an ihn dann den Reißverschluß annähen.

Ich hab mir zu dieser ganzen Thematik übrigens ein paar Filmchen im Internet angeschaut und ich fand sie alle nicht besonders gut. Nach Draufgucken und analysieren und knobeln, was man da wohl in welcher Reihenfolge macht, hab ich mich besser gefühlt als nach den Filmchen.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (12. Juni 2013, 23:59)


Green Ant

unregistriert

45

Mittwoch, 12. Juni 2013, 23:56

#25

Es ist vollbracht! Ich hab meinen ersten Hosenstall-Reißverschluß genäht! Yeah!

Ich war ja gestern bereits mit dem Nähen der einen Seite des Reißverschlusses fertig geworden, heute habe ich dann die andere gebaut. Hier mal ein Bild vom Einnähen des Reißverschlusses am Übertritt (das ist die Hosenseite, die "vorne" ist, wenn der Reißverschluss geschlossen ist). Ist bei Jungs-Hosen die linke, bei Mädels-Hosen die rechte Seite (aus Sicht des Trägers der Hose):


Bild 1 - Reißverschluß einnähen hinter dem Übertritt (linke Hosenseite)


Als nächstes habe ich die beiden Besatze eingenäht und die Hose unterhalb des Reißverschlusses bis in den Schritt hinein zusammengenäht, hier ein Foto:


Bild 2 - Reißverschluß fertig


Und weil's so schön war, nochmal:


Bild 3 - Reißverschluß wirklich fertig


Es war schon einigermaßen frickelig, aber ich denke, beim nächsten Hosenstall-Reißverschluß werde ich weniger Zeit brauchen, weil ich jetzt weiß, worauf ich achten muß.

Morgen werde ich dann das bereits zusammengenähte Gesäßteil annähen. Dann ist die Hose ungefähr "Bermuda-Shorts"-fertig.

Ab in die Koje.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (13. Juni 2013, 10:35)


Green Ant

unregistriert

46

Sonntag, 16. Juni 2013, 22:03

#26

Puh. Aktuell bin ich dabei, den Hosenboden in die Hose einzusetzen. Da ich das "schick" machen möchte, kommt für mich nur eine Kappnaht in Frage. Frickelig, frickelig...

Hier ein Foto:


Bild 1 - Vorbereitungen für eine Kappnaht

Green Ant

unregistriert

47

Montag, 8. Juli 2013, 22:52

#27

So, zurück vom Urlaub, Hose ist fertig. Ich werde mal die Schritte bis zur Fertigstellung hier dokumentieren.

Weiter ging es mit dem Einsetzen des Hosenbodens. Das gab noch einige unerwartete Schwierigkeiten, weil der ja doch sehr gewölbt ist und sich gewölbtes Cordura-1000-mit-Futter-Gewebe nur schlecht um Kurven biegen lässt. Stecknadeln knicken auch reihenweise um (gottseidank sind die wieder grade biegbar) und wenn man diesen Hosenboden per Kappnaht vernähen will (was mir am Ende gelungen ist) dann sind das schon mal 8 Lagen dicker Stoff. So sah das ganze beim Zusammenstecken aus:


Bild 1 - Hosenboden zusammen mit Oberschenkel-Rückseite


Genau so nervig war es, die Seitennähte im Bereich des Gesäßes zu schließen, so daß oben schon mal eine Art Hosenbund entstand (wenn auch ohne das abschließende Bund-Stück - so heißt das Stück, an das die Gürtelschlaufen kommen). Hier sieht das ganze Werkstück zum ersten Mal auch nach Hose aus:


Bild 2 - Es könnte eine Hose werden


Oben war also jetzt alles soweit fertig, bis auf den Bund.

Ich habe dann nach unten die vorbereiteten, gefütterten und mit Klettflausch innen benähten Knieteile angenäht, erst einmal nur an der Oberseite. Die Seitennähte der Hose zu schließen, war nochmal ein ganz anderes Kapitel, von dem später noch mehr.

Das Annähen natürlich auf links. Mit Kappnaht. Soll ja stabil sein und halten.


Bild 3 - Knieteile sind an der Oberseite angenäht. Links die Stecknadeln beginnen, die Innennaht der Hose festzustecken.
Das blaue Tischtuch der FeWo bitte bewundern. Danke.


Ich habe dabei die Innennaht anfangend im Schritt, endend am Hosensaum unten festgesteckt - und zwar sofort an beiden Beinen. Und haben diese Naht in einem Rutsch durchgenäht. Ich wollte sichergehen, daß ich nicht nachher feststelle, daß ich da einen Versatz habe (so wie Mike das in seinem Taschenprojekt festgestellt hat).

Hier ein etwas verwackeltes Bild davon:


Bild 4 - Innennaht der Hose festgesteckt über die komplette Länge


Und los geht's - hier ein Bild "auf halber Strecke", das hinten liegende Bein hat bereits eine Innennaht, das vordere noch nicht:


Bild 5 - Auf halber Strecke. Bein-Innennaht


Dabei bin ich für das Anfertigen der Kappnaht auf eine andere Weise vorgegangen als in meinem Tutorial beschrieben:

Ich habe zunächst die Stoffstücke rechts auf rechts gelegt und zwar die Nahtlinien genau aufeinander. Die Nahtlinie habe ich dann mit einer Hilfsnaht gesteppt. Damit waren die beiden Stücke schon mal an genau der Stelle aneinander befestigt, an der sie sein sollten. Ab hier kein Gefummel mehr mit Klammern oder Nadeln. Danach habe ich die eine der beiden Nahtzugaben auf die Hälfte der Breite zurückgeschnitten und die andere (nicht zurückgeschnittene) darüber geklappt, die kurze also "eingepackt". Das habe ich festgesteppt und dann die ganze Packung auf die eine Seite festgesteppt, dann aber von rechts. Ist recht simpel.

Ich glaube, ich mache mal beizeiten ein zweites Tutorial dazu. Interessenten mal bitte kurzes Handzeichen - danke! :thumbdown: :thumbup:

Hier sieht man die Hilfs-Steppnaht, die ich oben genannt habe:


Bild 6 - Die Beinnaht. Beinvorder- und Rückteil sind bereits mit einer Steppnaht rechts auf rechts aneinander genäht, die eine Nahtzugabe ist auf die Hälfte zurückgestutzt.


So, wie ging's weiter?

Wie oben beschrieben habe ich dann die andere Nahtzugabe über die schmalgeschnittene "drübergeklappt". Bei den Stofflagen gingen Stecknadeln leider absolut überhaupt nicht mehr und ich habe (Idee von Mike) Klammern genommen.

Diese "Überklappung" habe ich dann erstmal auf links hilfsweise festgenäht, damit ich die ollen Klammern los bin:


Bild 7 - Kappnaht auf links: Umklappung feststeppen.


So, jetzt kam das große Problem:

Diese Hose hat nicht wie üblich eine Hosennaht, die auf links genäht wird (die man zum Schluß macht, einfach Werkstück auf links ziehen und beide Teile aneinander - alle Jeans-Außennähte sind so), sondern zwei amtliche doppelte Kappnähte auf rechts.

Wie näht man sowas?

Denn sobald eine Naht fertig ist, kann ich von der anderen eigentlich nur noch die Hilfsnaht machen, wenn der Stoff rechts-auf-rechts liegt. Sobald ich das ganze dann wieder zurückziehe auf rechts, kann ich diese Naht ja nicht einzeln unter die Maschine nehmen. Es ist ja dann eine "Stoffröhre".

ich hatte mich da erkundigt und für diesen Zweck gibt es sog. "Säulennähmaschinen". Das sind grob gesagt Maschinen, wo der Nähtisch eigentlich eine Säule ist, um die herum man ein Hosenbein komplett drum"stellen" kann. Hier ist mal ein Bild von sowas.

Natürlich hab ich nur eine einfache Haushaltsnähmaschine. Und so mußte ich das Hosenbein umkrempeln (eine ganz schöne Wurst, gerade die dicke gefütterte Kniepartie!) und dann unter den Nähtisch zerren und die Umkrempelung bei jedem Zentimeter abrollen (und hinter der Nadel das ganze Spiel andersrum, dort wieder aufwicken - und zwar den ganzen Rest der Hose in eine große Wurst!)

Das hatte zur Folge, daß ich teilweise recht "blind" genäht habe, weil sich um die Naht drumherum der Stoff so hoch stapelte, daß ich kaum noch Blick auf die Nadel hatte:


Bild 8 - Aufgerollte Hose stapelt sich um die Nadel


So, danach sah ich dann erstmal gar nichts mehr und habe einigermaßen blind genäht:


Bild 9 - Blindflug


Die Naht war insg. 60 cm lang, jeweils 'ne Doppelnaht, das war also schon eine einigermaßen besch*ssene Arbeit. Außerdem waren das große Stoffstapel, die die Maschine teils nur noch mit Mühe bewältigt hat.

Ich habe dabei gelernt, daß meine Maschine, wenn sie die Nadel nicht auf Anhieb durch einen Stoffberg durchbekommt, für 5 sek in einen Schlagbohr-Modus schaltet und mit diesem versucht, die Nadel durchzukriegen. Schafft sie das nicht, piept sie und gibt auf.

Außerdem ist der Untertransporter alleine mit dem Voranzerren einer so dicken Stoffmenge überfordert und die Naht wird unregelmäßig: geht es bergauf (wird der Nähfuß auf eine besonders dicke Stoffstelle rauf"geschleppt), wird die eingestellte Stichweite klar unterschritten, gleitet der Nähfuß bergab, wird die Weite überschritten.

Sowas ist für meine Brother Innov-is 10 ein bißchen zu viel.

Ich werde versuchen, mich bei einer nächsten Arbeit dieser Art irgendwo stundenweise einzumieten, wo ein Doppelnadelsystem mit Dreifachtransporter und Säulentisch verfügbar ist. Ob ich jetzt gleich 1000 € für sowas anlegen möchte, weiß ich nicht. Zu der vielen Kohle, die ich nie und nimmer durch den innerfamiliären Haushaltsausschuß bekomme, kämen auch noch Stellplatzprobleme und eine Freundin, die mir den Vogel zeigen würde... ;)

Der Schlagbohr-Modus fordert übrigens seinen Tribut:


Bild 10 - Nadel geschrottet

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (10. Juli 2013, 13:50)


Green Ant

unregistriert

48

Montag, 8. Juli 2013, 23:17

#28

Danach wurde es gottseidank wieder einfacher:

Im Gegensatz zu "normalen" Hosen hat die Rugged Mountain Paint ja keine durchgehende Bein-Vorder- und Hinter-Teile, so daß ich auch nur eine 60 cm lange Naht "im Blindflug" machen musste. Unten an die Hosenbeine kamen jetzt noch zwei Teile dran:

Eines aus Cordura, siehe hier:


Bild 1 - Hosenbeinteil unten


Das ist ganz praktisch, unten noch ein Teil ringsrum zu haben, das aus Cordura ist: wenn man durch Gestrüpp läuft, dann ist der untere Teil der Hose am meisten "im Dreck". Da ist Cordura die richtige Wahl.

So sieht das Ganze am Original aus (das zickzackige schwarze Teil unten in der Mitte):


Bild 2 - Das Original


Hier bastele ich gerade die obligatorische Kappnaht, mit der es angenäht ist:


Bild 3 - Die obligatorische Kappnaht


Und ein zweites Teil (das sich beim Zusammenraffen der Hose unten "wegfaltet"):


Bild 4 - Das zweite Teil in Dreiecksform


So sieht das im Original aus:


Bild 5 - Das weggefaltete Teil im Original


Und so mein Kopier-Ergebnis:


Bild 6 - Kopier-Ergebnis


Damit war die Hose "untenrum" schonmal fertig (ok, ich mußte sie noch auf exakt meine Länge umsäumen und ein Kordelband einziehen, das enthalte ich euch mal vor):


Bild 7 - Hose untenrum fertig

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (9. Juli 2013, 00:14)


Green Ant

unregistriert

49

Montag, 8. Juli 2013, 23:58

#29

Weiter ging es "obenrum": mit dem Vorbereiten der Gürtelschlaufen:


Bild 1- Anbringen der Gürtelschlaufen am oberen "Ende" der Hose


Wie bei Hosen üblich, werden die Gürtelschlaufen so festgenäht, daß sie "ihre Füße unter den Hosenbund schieben". Wer nicht weiß, was gemeint ist, schaut mal gerade an sich runter auf die Jeans, die er gerade an hat und dort speziell, wie die Gürtelschlaufen laufen.

Ich habe als Schlaufen Multicam-Gurtband genommen und zwar habe ich im Gegensatz zum Original eine Weite gewählt, die es erlaubt, Gürtel und Koppeln nach MIL-W-4088 Typ 7 Class 1a Spezifikation durchzustecken, also 1.75 inch breit und bis zu 3 mm stark.

Danach kam die Vorbereitung des Hosenbundes dran. Ich habe zuerst ein innenliegendes Vlies aufgebügelt:


Bild 2 - Bund-Vlies



Bild 3 - Bund-Vlies wird aufgebügelt


Danach habe ich beide Hosenbund-Teile rechts auf rechts angenäht, so daß ich sie danach verstürzen konnte (hab mehrere verdeckte Nähte genommen, damit das alles schön stabil ist):


Bild 4 - Bund rechts auf rechts angenäht


Und so sieht es dann nach dem Verstürzen aus:


Bild 5 - Hosenbund verstürzt


Vor dem Schileßen des inneren und äußeren Teils des Hosenbundes oben mußten jetzt aber noch Gummizüge an den Seiten angebracht werden, der Bund ist teilweise mit Stretch gefüttert, also zwei Stück Stretch ablängen und umklappen und umnähen:


Bild 6 - zwei abgelängte Stretch-Teile (Breite 3 cm)


Dann einnähen zwischen das innere und das äußere Hosenbund-Teil:


Bild 7 - Einnähen der beiden Stretch-Stücke


Danach konnte ich die beiden Hosenbund-Teile (inneres und äußeres) oben verstürzen und zusammennähen. Hier der faltige Teil, unter dem sich die Stretch-Stücke verbergen:


Bild 8 - Hosenbund oben verstürzt zusammengenäht


Das war ziemlich dämlich schwierig, weil sich das Stretch-Gummi leider immer unter die Nähmaschine drängeln wollte. Dabei sollte es ja gar nicht festgenäht werden.

Danach konnte ich die Gürtelschlaufen an der Oberseite befestigen:


Bild 9 - Gürtelschlaufenoberseite festnähen


Die Gürtelschlaufen werden ja mit einem kleinschrittig eingestellten breiten Zickzackstich vernäht. Mit dem Vernähen von doppeltem Gurtband auf doppeltem Nyco hatte meine Maschine keine Probleme. Was allerdings komisch war: sie zog dabei das Gurtband straff nach rechts. Und ließ das Nyco schön liegen. Konnte ich nicht ergründen den Effekt.

ich mußte die Gürtelschlaufen zuerst mit einem langen Steppstich festheften, damit das nicht mehr passierte.

Dann kam das Knopfloch noch...


Bild 10 - Knopfloch


Und den Rest erzähle ich morgen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (9. Juli 2013, 00:13)


50

Dienstag, 9. Juli 2013, 14:15

Das nimmt ja immer mehr Form an! Sehr geil.

Ich mache jetzt ab dem 22. einen Lehrgang zum Thema Bekleidung. Habe für meine Maschine jetzt auch einen Nähfuß der Kappnähte quasi von alleine macht. Sehr angenehm kann ich nur sagen.
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

51

Mittwoch, 10. Juli 2013, 00:46

#30

Zum Schluß habe ich noch durch den Hosensaum unten am Fuß Paracord Type I / Accessory Cord gefädelt und einen Kordelstopper eingezogen. Hinter dem Kordelstopper hab ich das Paracord verknotet und miteinander verschmolzen. So kann der Kordelstopper nicht weg.

So sieht's am unteren Beinende nun aus:


Bild 1 - Kordel zum Zusammenziehen der Hosenbeine unten


Man sieht hier auch, daß ich das untere Cordura-Stück nicht mit Futter versehen habe. Liegt daran, daß dort innen meist nur der Stiefel gegenreiben wird und der soll lieber direkt am Cordura reiben als an einem nicht so haltbaren Futterstoff.

Natürlich darf das Green Ant Etikett auch nicht fehlen:


Bild 2 - Green Ant Etikett


Und so sieht die Hose dann aus:


Bild 3 - Hose fertig


Sie passt übrigens super, nur merkt man, daß sie anstatt der Stretch-Knie und des Stretch-Hintern-Teils halt Cordura hat, das nicht "stretcht". Die Bewegungsfreiheit ist somit etwas geringer als im Original. Allerdings würde ich mich im Original auch nicht unbedacht mit dem Knie häufiger als nötig auf rauen Untergrund wagen. Das mag der Stretch-Stoff des Originals sicherlich nicht so gerne.

So. Nun ist ein spannendes, arbeits- und lehrreiches Projekt zuende. Hat Spaß gemacht. Jetzt freue ich mich auf die Feldstechertasche!

Tacticaltrim

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52

Mittwoch, 10. Juli 2013, 09:53

Respekt und Anerkennung! Vielen Dank! :thumbup:
Tacticaltrim

Sebastian Stutte
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53

Mittwoch, 10. Juli 2013, 11:21

Wow, das Ergebnis sieht wirklich super aus! Danke das du uns an der Entstehung hast teilhaben lassen.
Wie viele Arbeitsstunden hast du jetzt in die Hose investiert?
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

54

Mittwoch, 10. Juli 2013, 12:01

Wow, das Ergebnis sieht wirklich super aus! Danke das du uns an der Entstehung hast teilhaben lassen.
Wie viele Arbeitsstunden hast du jetzt in die Hose investiert?

Ohje. Das habe ich so genau gar nicht mitgerechnet. Ich kann das mal schätzen:
  • Anfertigen des Schnitts: ca. 5 Abende je 3-4 h.
  • Zuschneiden sämtlicher Teile: ca. 2 Abende je 3-4 h.
  • Versäubern aller Teile: ca. 2 Abende je 3-4 h.
  • Lernen von gängigen Nähtechniken (Verstürzen, Abnäher, Kappnaht etc.): zusammen etwa 2 Abende je 3-4 h.
  • Nähen der Hose: ca. 20 Abende je 3-4 h.
So grob geschätzt komme ich da dann auf 110-120 Arbeitsstunden. Für eine weitere Hose dieser Art würde sich das vermutlich in etwa halbieren. Der Schnitt ist fertig, Nähtechniken kenne ich, ich weiß zudem, wo die Knackpunkte sind und würde sie gleich richtig machen und nicht erst rumprobieren und mir konzeptionelle Gedanken machen. Und ich würde das Versäubern derjenigen Kanten weglassen, die sofort danach eh unter 'ner Kappnaht verschwinden.

Sven

Fortgeschrittener

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55

Donnerstag, 11. Juli 2013, 09:45

Richtig genial geworden...

Hast du dir die passenden Samthandschuhe schon gekauft? :D

Gruß
Sven

Green Ant

unregistriert

56

Donnerstag, 11. Juli 2013, 10:08

Hehe... nee, ich glaube, ich traue der Verarbeitung schon soweit über den Weg, daß ich die Hose nicht in die Vitrine stelle :P

Sven

Fortgeschrittener

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Wohnort: Schortens

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57

Freitag, 12. Juli 2013, 13:42

Na, so meinte ich das natürlich nicht! Eher wäre sie MIR zu schade...

58

Sonntag, 3. Januar 2016, 00:01

Sie passt übrigens super, nur merkt man, daß sie anstatt der Stretch-Knie und des Stretch-Hintern-Teils halt Cordura hat, das nicht "stretcht". Die Bewegungsfreiheit ist somit etwas geringer als im Original. Allerdings würde ich mich im Original auch nicht unbedacht mit dem Knie häufiger als nötig auf rauen Untergrund wagen. Das mag der Stretch-Stoff des Originals sicherlich nicht so gerne.
Ich finde die Passform der Rugged an mir auch klasse, sie ist allerdings nicht so bordtauglich. Daher liebäugle ich mit dem gleichen Kopierprojekt. Mich würde interessieren: Wenn Du die Hose nochmal nähst, vergrößerst Du dann Knie- und Hinterneinsätze ein bisschen, um die mangelnde Elastizität auszugleichen?
Grüße
Bee

59

Dienstag, 5. Januar 2016, 11:28

Wenn ich die nochmal nähen würde, würde ich im Gesäßbereich oberhalb des Corduras Stretch-Stoff nehmen (konkret: ich würde den Sattel aus Stretch arbeiten) und ebenso über den Knien einen Streifen Stretch nehmen.

Und ich würde 300er Cordura nehmen. Reicht völlig aus und macht Bewegungen lieber mit als 1000er.

Dann wird die Hose allerdings noch komplexer zu nähen als sie sowieso schon ist.

Vielleicht dann doch einen anderen Schnitt nehmen oder den Schnitt vereinfachen? Das Engermach-Feature am Beinabschluss braucht man an Bord ja eigentlich nicht...
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

60

Dienstag, 5. Januar 2016, 11:56


Vielleicht dann doch einen anderen Schnitt nehmen oder den Schnitt vereinfachen? Das Engermach-Feature am Beinabschluss braucht man an Bord ja eigentlich nicht...
Ich suche seit einem Jahr nach einem Alternativschnitt - Fehlanzeige. Die klassischen Anbieter - Burda, Vogue, Butterick und andere - sind ausschließlich modisch orientiert. Outdoorschnitte gibt es kaum in der von mir bevorzugten Ausgestaltung und dieser Schnitt eignet sich zum Abnehmen vom fertigen Kleidungsstück besonders gut, da er kleinteilig ist. Hattest Du ja schon angemerkt.
Modifizieren muss ich die Hose in jedem Fall: Damengröße 36 ist mir zu groß aber mit Gürtel gehts, bei den Beinabschlüssen benötige ich Bootcut. Soll schließlich über die Segelstiefel passen. Als Stoff würde ich sowieso Stretch nehmen. Hm, gut, dass ich gerade meine alte Mustohose aufarbeite (die Patches waren durch), das wird ein umfangreicheres Projekt und jetzt steht das neue Ballkleid an.
Grüße
Bee

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Baghira« (5. Januar 2016, 12:08)