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21

Donnerstag, 30. Mai 2013, 01:32

#13

So, heute habe ich den verdeckten Reißverschluß an der Oberschenkelseite fertig angebracht und die Cargotasche angenäht. Es geht voran! Ein großes zusammenhängendes Stück Hose ist entstanden!

Aber mal der Reihe nach:

Als erstes habe ich die Nahtzugabe der Cargotasche umgebügelt und dann mit Stecknadeln festgesteckt:


Bild 1 - Cargotasche umgebügelt


So sah die Cargotasche danach aus (links nicht umgebügelt, denn die linke Nahtzugabe verschwindet unter einem anderen Stück Stoff, bleibt also erstmal so wie sie ist):


Bild 2 - Cargotasche fertig zum Annähen, alle Nahtzugaben nach links auf links gebügelt


Hier mal zum Vergleich das Original. Man sieht hier auch, warum ich die linke Nahtzugabe nicht "behandelt" habe, die verschwindet nachher eh unter dem Gesäßteil (hier im Original schwarz, bei mir Multicam Cordura):


Bild 3 - Das Original, Cargotasche rechts


Und das hier ist der Platz, an den die Cargotasche jetzt kommt (rechts oberhalb des Belüftungs-RV). Die Handytasche ist dann innerhalb der Cargotasche.


Bild 4 - Hier kommt die Cargotasche gleich hin


Jetzt noch feststecken an Ort und Stelle:


Bild 5 - Cargotasche am "Zielort" angekommen und fixiert


Und los geht's:


Bild 6 - Beim Nähen


Fertig mit Cargotasche rechts:


Bild 7 - Cargotasche rechts ist angenäht


Und noch mal aus einem anderen Blickwinkel (unten links Oberschenkel-Rückseiten-Teil, darüber Belüftungs-RV mit hochgeklappter Verdeckung, darüber Oberschenkel-Vorderteil mit Cargotasche):


Bild 8 - Cargotasche rechts ist angenäht


So, ab in's Bett. Der zweijährige Sohn kennt morgen so gegen 6:30 Uhr leider keine Gnade.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »jore« (30. Mai 2013, 09:00)


22

Freitag, 31. Mai 2013, 00:27

#14

Gerade dasselbe für links fertiggestellt. Sieht genau so aus wie für rechts. Einfach alle Bilder aus Posting #13 spiegelverkehrt vorstellen.

Insg. habe ich für die Bastelei rechts nur halb so lange gebraucht wie für links. Ganz ermutigend.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »jore« (31. Mai 2013, 09:05)


23

Samstag, 1. Juni 2013, 13:52

#15

So. Heute beschäftige ich mich mal mit den Knieteilen. Also den 3D-Teilen mit den Abnähern, deren Schnitt ich bisher nicht so einfach abnehmen konnte, weil man 3D-Teile ja nicht einfach platt hinlegen und "vermessen" kann.

Mir ist eine Idee gekommen, wie ich die benötigte Stoff-Form vermutlich dennoch bestimmen kann. Nochmal zur Erinnerung, es geht um dieses schicke dreidimensionale Teil hier. Hier der Zusammenhang im Gesamtschnittmuster.

Schematisch sieht das Knieteil so aus:


Bild 1 - Schema des Schnitts des Knieteils (gestrichelte Linie ist der Abnäher, der es "zu 3D macht")


Ich gehe also folgendermaßen vor:

Schritt 1: Ich lege das Knieteil platt hin. Das geht natürlich nicht. Dreidimensionale Teile kann man eben nicht platt hinlegen. Ok. Also beginne ich von unten anfangend, es platt hinzulegen und schiebe die Welle an Stoff vor mir her nach oben. Das klappt bis ich zu den Abnähern komme. Jetzt schiebe ich so viel Welle vor mir her, daß ich sie nicht weiter platt hinlegen kann, ohne daß wo anders Wellen entstehen. Siehe Skizze:


Bild 2 - Platt hingelegt bis zu den Abnähern


Schritt 2: Ich zeichne noch den äußeren unteren Punkt des Abnähers an (A) (siehe Skizze unten) und den inneren (B). Den oberen Punkt (C) des Abnähers kann ich mir durch Messen holen. Der befindet sich ja auf der Außenlinie des Knieteils und den Abstand (1,8 cm in meinem Fall) vom Punkt A kann ich einfach "in Linie" einzeichnen. Aber wie kriegt man nun den Rest? Platt hinlegen kann man den oberen Rest des Knieteils ja nicht?!

Das mache ich geometrisch mit dem, was man in der 8. oder 9. Klasse in Mathematik gelernt hat (Stichwort "Spiegeln eines Punkts an einer Geraden", Erklärungen, wie das nochmal ging, finden sich haufenweise im Netz).

Schritt 3: Dazu lege ich die Hose erstmal weg, die brauche ich nicht mehr. Ich nehme mir nur mein Stück Folie vor, auf der ich alles von unten bis hier sauber drauf (abgepaust) habe. Jetzt betrachten wir mal die beiden Abnäher-Dreiecke links und rechts (ich erkläre mal weiter nur für das links, mit dem rechten geht das natürlich genauso).

Die Frage ist ja: welcher Punkt oben auf dem Stoff muß nun nach unten über die Linie |BC| auf den Punkt A geklappt werden? Da das eine einfache Klappung von Punkt A über die Linie |BC| "auf die andere Seite ist, kann ich mir den mit 'nem Zirkel wie damals in der 8. Klasse einfach konstruieren, hier Punkt A'. (Dasselbe mache ich natürlich mit dem anderen Abnäher rechts auch, geht genauso.)

Hier das ganze mal skizziert (die roten Kreuze "+" sind die oberen Punkte des Abnähers, sprich, die Linie |A'B| muß auf die Linie |AB| gefaltet werden.


Bild 3 - Bestimmen, wo die "obere Hälfte des Abnähers" sein muß


Schritt 4: Jetzt zeichne ich dann die beiden so erhaltenen gespiegelten Punkte mal ein auf meine bisherige Folie ein:


Bild 4 - Klappen eingezeichnet


Schritt 5: Da ich ja das Stoffteil, an das das Knieteil nach oben angrenzt (angenäht wird) bereits abgenommen habe, hole ich jetzt mal die entsprechende abgepauste Folie her und schiebe sie von oben an meine beiden Punkte "+" heran. Siehe hier:


Bild 5 - Oberes angrenzendes Teil ranschieben bis es anliegt


Schritt 6: Wenn das obere Teil sauber dranliegt, einfach die Schnittlinie abzeichnen und fertig:


Bild 6 - Fertig!


So, hab das ganze mal in die Praxis umgesetzt und auf den Futterstoff eingezeichnet, der innen in das Knieteil kommt (PU-beschichtetes Cordura ist auf der Haut einfach nicht angenehm).


Bild 7 - Theorie und Praxis. Hier jetzt die Praxis.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »jore« (1. Juni 2013, 14:17)


24

Samstag, 1. Juni 2013, 16:16

#16

Theorie erfolgreich in die Praxis umgesetzt - es funktioniert. Oben das Original, unten die Kopie. Sind beim Übereinanderlegen identisch.


Bild 1 - Original


Und die Kopie:


Bild 2 - Kopie


Und zum Schluß noch die beiden Knie-Futter-Teile mit Klett versehen, damit ich innenliegende Knieschoner ankletten kann. Aus Neopren vielleicht, oder aus Abstandsgewirk. (Das hat das Original nicht.)


Bild 3 - Klettflausch zum Anheften von Innen-Knieschonern

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (6. Juni 2013, 16:49)


Green Ant

unregistriert

25

Montag, 3. Juni 2013, 13:31

16

Gestern habe ich die Knieteile fertiggestellt. Ich hatte ja bereits am Futterstoff "geübt" (siehe Beitrag #15) und habe mich dann das erste Mal am Cordura 1000 ausgetobt. Immerhin an den Abnähern dreilagig. Aber hat gut funktioniert. Auch mit meiner Haushaltsnähmaschine.

Als erstes habe ich also mal auf die linke Seite der Cordura-1000-Knieteile den Schnitt angezeichnet. Dabei habe ich durchaus gut sichtbaren schwarzen Stift genommen. Wenn der beim Waschen nicht rausgeht, ist das nicht so schlimm, denn das ist zum einen die Innenseite, die man eh nie sieht und zum zweiten kommt ja noch das vorbereitete Futter (siehe Posting #15) rein.



Bild 1 - Schnitt angezeichnet auf die Innenseite der Cordura-Knieteile


Da man ja für den Abnäher den Cordura-Stoff zweimal übereinander falten muss, was bei dickem Stoff gar nicht so einfach ist, habe ich das in zwei separaten Arbeitsgängen gemacht. Zuerst mal auf der linken Seite eine Naht setzen, die die Falten so ungefähr in der richtigen Gegend hält:



Bild 2 - Steppnaht als Heftnaht von links


Und danach von rechts das klassische Abnäher-Dreieck. Die Stoffteile halten ja wegen der Naht von gerade eben ungefähr an der richtigen Stelle übereinander. Mit Stecknadeln kann man bei dreifacher Lage Cordura 1000 eigentlich nichts mehr ausrichten, man bekommt 'ne Stecknadel nur noch mit sehr viel Kraft durch.

Von außen in die Spitze und von da wieder zurück:



Bild 3 - Der Abnäher dann von rechts


Jetzt noch das Futter eingenäht und so sieht dann das Ergebnis aus:



Bild 4 - Fertig


So. Was kommt als nächstes?

Bevor es an das Zusammensetzen der Hose geht, sind noch ein paar wenige "Teilprojekte" übrig:
  • Das Nähen der Gesäßtasche an das eine Gesäßteil
  • Das Zuschneiden und Einnähen von Futter für die beiden Cordura-Gesäßteile.
  • Das Lernen der doppelten Kappnaht, weil ich damit mindestens mal die Naht zwischen den Gesäßteilen machen möchte. Kappnähte sind im Kleidungs-Textilbereich eher selten, weil sie aufwändig und daher teuer anzufertigen sind. In der Industrie (Segel, LKW-Planen, Zelte etc.) sind sie üblich. Es sind extrem haltbare Nähe und sie verstecken die versäuberte Stoffkante.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (3. Juni 2013, 13:42)


SR Tactical

Corduraquälender Administrator

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26

Montag, 3. Juni 2013, 16:35

Wahnsinn was du zustande bringst! Ich bin wirklich sehr begeistert von der Arbeit! Ich will auch eine Green-Ant-Combat-Pant...
Stefan Roth
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Ja, ich arbeite für Messer.

Green Ant

unregistriert

27

Montag, 3. Juni 2013, 21:25

Vielen Dank für die Komplimente! Da macht das Weiterarbeiten gleich doppelt so viel Spaß!

Ich habe mich übrigens für das Teilprojekt Nr. 3 (ich lerne eine Kappnaht zu nähen) entschieden und mein Lernergebnis hier im Forum zur allgemeinen Erbauung eingestellt. Ich bitte um rege Anmerkungen, Wünsche, Bitten und Kommentare dort.

Ich werde mich jetzt mal als nächstes der Gesäßtasche und dem Futter des Cordura-Gesäßteils widmen.

Tacticaltrim

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28

Dienstag, 4. Juni 2013, 10:08

Ich nehme auch eine 8)
Tacticaltrim

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Der_Stuffz

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29

Dienstag, 4. Juni 2013, 16:23

Alter Vater!!!!!

Sehr geil.

Green Ant

unregistriert

30

Donnerstag, 6. Juni 2013, 14:47

#17

So, weiter geht's mit dem Hosenprojekt. Wie schon geschrieben, hatte ich mich mal der verdeckten Gesäßtasche gewidmet. Also zunächst mal ein Bild vom Original, damit man weiß, worum es eigentlich geht:


Bild 1 - Original


Die Gesäßteile hatte ich ja schon zugeschnitten, auf der Innenseite Futterstoff angebracht (weil man auf Cordura so unbequem und klebrig sitzt) und jetzt habe ich die Öffnung ausgeschnitten, in die der Reißverschluß und die Abdeckung hineinkommen wird. Siehe hier:


Bild 2 - Öffnung für den Reißverschluß


Die beiden Nähte obendrüber und untendrunter sind Heftnähte, mit denen ich das nach unten umgeklappte Cordura fixiert habe. Mit Stecknadeln ist bei Cordura (plus Futterstoff) nicht mehr viel zu wollen. Die biegen um. Untendrunter liegt schon der Taschenbeutel.

Aber von dem gibt's hier nochmal ein separates Foto. Den habe ich links auf links genäht und dann verstürzt (auf rechts gezogen), den Reißverschluß angenäht und die obere Abdeckung (Patte) ebenso:


Bild 3 - Der Taschenbeutel mit RV und Patte


Dann habe ich ihn hinter dem Cordura angenäht und die Heftnähte entfernt, hier das fertige Teil (bitte mal mit Bild 2 vergleichen):


Bild 4 - Fertig


Und hier drunter zu guter Letzt ein Foto von der Rückseite des Ganzen. Das steingrau/olive Stoffstück ist der Futterstoff (dünne Baumwolle). Ich hatte überlegt, ob ich den Taschenbeutel zwischen Futter und Cordura plaziere, aber da das in keiner meiner gekauften Hosen so ist, wird das wohl irgendeinen guten Grund haben (auch wenn ich ihn noch nicht kenne) und ich habe es einfach mal genau so gemacht.


Bild 5 - Ansicht der Innenseite


Als nächstes fange ich entweder an, die Hose zusammenzusetzen oder ich nähe den Hosenstall-Reißverschluß. Da muß ich mich im Netz aber nochmal erkundigen, was man sinnvollerweise als erstes macht. Da greife ich ja gerne auf die jahrhundertelange Erfahrung anderer zurück.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (6. Juni 2013, 16:41)


Green Ant

unregistriert

31

Donnerstag, 6. Juni 2013, 22:38

#18

Kappnaht zum Verbinden der beiden Gesäßhälften wird gerade gebaut:


Bild 1 - Kappnaht zum Verbinden der beiden Gesäßhälften


Ich schwitze, weil die erste Naht kompliziert war: Zwei gegeneinander gebogene Teile sollen mit einer glatten Naht aneinander, die auch noch schmalkantig auf einem der beiden Stücke läuft! Ich mußte einige Male längere Stücke wieder aufmachen! Außerdem ist nach dem Vernähen die eine Gesäßhälfte 5 mm länger als vorher. Ich hatte sie noch aufeinander gelegt und sie waren absolut identisch lang. Sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen...

Die Maschine schwitzt auch, weil sich die Stoffschichten stapeln. Ich habe herausgefunden, daß die Brother innov-is 10 anfängt zu klappern, wenn sie mit dicken Stapeln beschickt wird. Nur gut, daß mir das eine Freundin schon mal so nebenbei über ihre gleiche Maschine erzählt hatte und ich mich noch erinnert habe...

Weiter gehts...

Green Ant

unregistriert

32

Donnerstag, 6. Juni 2013, 23:26

#19

So, nach ein paar Hilfsnähten auf links jetzt bei den letzten Nähten auf rechts. Puh. Die Kurve ist nicht ohne.


Bild 1 - Die letzten Nähte

Boffi

Fortgeschrittener

Beiträge: 224

Wohnort: Schweiz

Beruf: Student

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33

Donnerstag, 6. Juni 2013, 23:29

Grosse Klasse, wie Du das alles so genau mit Bildern und Text dokumentierst! :thumbup:

Green Ant

unregistriert

34

Donnerstag, 6. Juni 2013, 23:45

Grosse Klasse, wie Du das alles so genau mit Bildern und Text dokumentierst! :thumbup:

Dankeschön - macht in einem Forum mit Gleichgesinnten ja aber auch Spaß! :)

Green Ant

unregistriert

35

Donnerstag, 6. Juni 2013, 23:48

#20

Fertig! Ist etwas breiter geworden als beabsichtigt, aber nachdem ich mal das Original daneben gelegt habe, fiel mir auf, daß das auch eine knapp 1 cm breite Kappnaht hat.

Hier ein Bild:


Bild 1 - Fertig, die beiden Gesäßteile sind mit einer stabilen doppelten Kappnaht vernäht.

36

Freitag, 7. Juni 2013, 07:08

Na das sieht doch gut aus, möchte nicht wissen was du dabei geschwitzt hast :D
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

37

Samstag, 8. Juni 2013, 12:55

Na das sieht doch gut aus, möchte nicht wissen was du dabei geschwitzt hast :D

Blut und Wasser... aber sieht noch gut aus.

So, mache mich jetzt mal an den Sattel (das Teil zwischen Gesäß und Bund)...

38

Samstag, 8. Juni 2013, 14:43

Ausgezeichnet! Will ja was zum gucken haben. :P
"Erfahrung lehrt langsam Robin und auf Kosten vieler Fehler." Zitat Batman 1966

Green Ant

unregistriert

39

Samstag, 8. Juni 2013, 22:13

#21

So, der Sattel ist vorbereitet für's Vernähtwerden. Hier mal ein Blick auf das Original, zuerst mal die Ansicht von "außen". Der Sattel ist das grüne Stück Stoff direkt oberhalb des schwarzen Gesäßteils. Und unterhalb des Bündchens (also des Teils mit den Gürtelschlaufen):


Bild 1 - Der Sattel von außen


Dasselbe Stück Stoff hat innen allerdings noch ein Gegenpart in Form von orangem Futter:


Bild 2 - Sattel innen: oranges Futter


Zu bemerken ist, daß beide Stücke (sowohl das innere orange Futter als auch das äußere grüne Stück Sattel) über das Gesäßteilstück fassen. Und zwar sogar noch auf gleicher Höhe! Das ist dieselbe Naht, die hier 3 Stücke Stoff in Position bringt: das äußere grüne Sattelstück, das schwarze Gesäßteil und das orange innere Futter-Sattelstück. Und beide Nähte sehen so aus, als wären sie jeweils der Oberfaden. Da werde ich ein bißchen Oberfadenspannung erhöhen müssen, damit das entsprechend aussieht...

Da ich ja auch so ein cooles Futter haben möchte, muß ich also auch einen "inneren" und einen "äußeren" Sattel schneidern. Und danach drei Stücke Stoff sauber und korrekt übereinander in Position bringen, damit sie so vernäht werden, daß nichts schief und krumm ist.

Ich hatte heute Mittag schon angefangen, über das Problem nachzudenken und mir war keine richtige Lösung eingefallen. Ich hab das Getüftel gedanklich durch den ganzen Nachmittag getragen und gegen Ende fiel mir ein, daß ich das folgendermaßen mache:

1. Ich nehme innen diesmal nicht meinen normalen steingrau-oliven Futterstoff (siehe Kniebereich oder Gesäß), sondern einfach Nyco Multicam wie außen. Der Sattel ist das Stück, wo von außen der Rucksack draufsitzt, da darf es eh schon mal 'ne Lage Stoff mehr sein. Und wenn, dann nehmen wir halt robusten.

2. Wo ich mich schon dazu breitgequatscht habe, mache ich das so: Damit das äußere Sattelstück und das innere Sattelstück schon mal sauber übereinander liegen, schneidere ich sie aus einem Stück Stoff, das ich längs falte.

Das sieht dann so aus:


Bild 3 - Sattel


Ich habe den Schnitt des Sattels auf ein Stück Stoff gezeichnet, dann 1,5 cm oberhalb des Sattels (Nahtzugabe) das Stück Stoff gefaltet und den angezeichneten Sattel nach unten durchgepaust. Die Faltkante habe ich dann mit einer Hilfs-Steppnaht glattgenäht (so brauche ich kein Bügeln). Die Hilfsnaht wird nie irgendwer sehen, die liegt ja in der Nahtzugabe, verschwindet also oben im Bündchen.

Bitte beachten: alle anderen drei versäuberten Seiten sind nicht miteinander vernäht!

Hier mal ein Bild der Hilfs-Steppnaht oben an der "Falz"kante:


Bild 4 - Abgesteppte Falz-Kante


Die braunen Striche drunter sind mein angezeichnetes Schnittmuster des Sattel-Stücks. Ich nehme keine Kreide mehr, sondern Pelikan colorella duo auswaschbare Filzstifte. In der Packung sind so viele Farben drin, daß man immer eine findet, die der Stofffarbe so ähnlich ist, daß es kein Problem ist, wenn mal nach dem Waschen ein Schatten übrigbleibt.

So, jetzt bügle ich mal die Nahtzugaben nach innen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (10. Juni 2013, 08:31)


Green Ant

unregistriert

40

Sonntag, 9. Juni 2013, 23:41

#22

Puh. Der Sattel gab noch unerwartet viele Probleme auf. War das bisher störrischste Stück Arbeit.

Das große Problem war, daß der Sattel ja an beiden Seiten über das Gesäßteil ragt und mit ein und derselben, durchgehenden Naht festgenäht werden soll. Es muss also sowohl die äußere Überlappung wie auch die innere Überlappung (Futter) mit derselben Naht schmalkantig festgesteppt werden.

Und das wollte einfach erst beim 5. Anlauf gelingen.

Da ich "von außen" genäht habe - sprich: die Außenseite der Hose in der Maschine nach oben zeigte - konnte ich natürlich nicht sehen, wo der unten liegende Innensattel (das Futter) lag. Und daher kam es vor, daß die Naht neben dem Sattel lag. Entweder drunter (so daß der Sattel lose rumlappte) oder drüber (so daß von schmalkantig nicht mehr die Rede sein konnte).

Da das Gesäßteil ja recht stark ist (Cordura plus Futterstoff), konnte ich da nicht einfach alles mit Stecknadeln fixieren, dafür sind die einfach zu schwach. Hier mal ein Bild des Versuchs. Ich habe aber nur die oberen 2 Stoffschichten erwischt, was ja nicht reicht, um den Innensattel (das Futter) zu fixieren:


Bild 1 - Sattel außen mit Stecknadeln festgesteckt, half leider nix


Ich hab versucht, das ganze durch Heften sauber übereinander zu kriegen, das hat aber auch nicht viel geholfen. Das gleiche Fehlerbild.

Ich habe dann zum Ende den oberen Teil des Sattels längs aufgetrennt (wir erinnern uns, ich hatte das Teil aus einem Stück gefertigt und längs gefaltet) und innerhalb der umgeklappten Nahtzugabe Hilfsnähte gesetzt. Danach ging es.

Naja, so lala. So ganz glücklich bin ich nicht damit, aber es ließ sich nicht besser machen.

Auf der Seite mit der Gesäßtasche (rechte Seite) ist es ziemlich gut geworden, auf der linken Seite eiert die Steppnaht durchaus etwas rum. Mir persönlich zu viel. Aber ich glaube, ich kriege das nicht besser hin.

Hier mal ein Bild, wie es auf der rechten Seite (Seite mit der Gesäßtasche) auf der Innenseite aussieht:


Bild 2 - Schmalkantige Steppnaht auf der Sattel-Innenseite rechts


Und hier auf der (schlechteren) linken Seite, wo es an einer Stelle 4 mm sind:


Bild 3 - Nicht ganz so schmalkantige Steppnaht auf der Sattel-Innenseite links (ca. 4 mm)


Daß sich das so wellt, muß übrigens so sein. Der Gesäßbereich ist ja keine platte Angelegenheit. Das ist ja "3D".

Nun denn, zum Schluß habe ich die beiden zertrennten Teile Innensattel und Außensattel wieder zusammengenäht. Per Versäuberungsnaht (Überwendling).

Aber naja, was soll's. Hier das Endergebnis der "Sattelmontage":


Bild 4 - Sattel angenäht


Was ich hingegen ziemlich gut fand, ist, daß trotz aller unterschiedlichen Arbeitsschritte (Futter, Kappnaht, ...), durch die Gesäßpartie und der Sattel gegangen sind, sie passten von der Länge her auf den Millimeter genau aneinander. Das ist ja schonmal positiv.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Green Ant« (10. Juni 2013, 08:34)


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