Sie sind nicht angemeldet.

1

Dienstag, 24. Oktober 2017, 11:19

Spielereien eines Anfängers - Schnellziehtaschen, Admintasche, PALS-Panel

Guten Morgen,

Anfang des Monats trat eine Nähmaschine in mein Leben. ;-) Meine Kentnisse im Nähen beschränkten sich bisher darauf, dass ich weiß, dass Nadel und Faden benötigt werden. Ich habe hier viel quergelesen und und beeindruckt eure tollen Projekte bestaunt und mich dann einfach mal rangesetzt und angefangen. Erstmal nur ein paar Stückchen miteinander vernäht und kurz darauf mit den ersten Ideen begonnen.

1. eine flache Adminpouch, auseichend groß für einen kleinen Block, Stifte und Kompass:







Das Gummi auf der Rückseite wurde beim ersten Versuch (oben) mit Gurtband, beim zweiten (unten) mit einem Streifen 500D Cordura umnäht.


2. Schnellziehtasche, semi-elastisch um ein einfaches einhändiges Einstecken zu erlauben und ohne "Kanten" um ein Hängenbleiben zu vermeiden, beide Taschen lassen sich mit dem Gurtband verschließen:










Die PALS-Streifen habe ich absichtlich so eng wie möglich zusammen positioniert um die Grundfläche so klein wie möglich zu halten. Sieht komisch aus, ist etwas eng, aber passt. Bei der nächsten Version werde ich den Abstand wieder etwas erhöhen.


3. PALS-Panel für Plattenträger; sollte das Original mit integrierter Känguru-Pouch ersetzen:



Rückseite ist mit Hakenklett versehen.



So, kommen wir nun zu den Problemen die sich mir gestellt haben ;) :

1. Bei der Adminpouch war die größte Schwierigkeit einzuschätzen wie viel das Vernähen auf Links am Ende ausmacht in Bezug auf die Dimension der Pouch. Die Klappe sollte durch das Vernähen auf Links natürlich nicht beeinflusst werden, weil dadurch das Schließen erschwert würde. Gibt es eine grobe Regel wieviel Nahtzugabe man braucht? Ist Nahtzugabe hierfür überhaupt der richtige Ausdruck?

2. Schnittkanten bei Gurtband und bei Gummiband fransen bei mir sehr gern aus. Ich brenne/schmelze nach jedem Schnitt mit einem Feuerzeug die Schnittkanten ab, aber trotzdem franst es später. Wir kann ich das verhindern? Bei dem PALS-Panel habe ich die Enden einfach untergefaltet und vernäht. Funktioniert ganz gut, bildet nur eine kleine Erhebung. Wie kann man das eleganter lösen?

3. Bei der Schnellziehtasche habe ich ewig gebraucht um einen Weg zu finden die Pouch mit der finalen Naht letztendlich zu verschließen. Immer war irgendein anderer Teil im Weg bzw. wurde versehentlich mit vernäht. Die linke Tasche ist der zweite Versuch und hier ging es wesentlich einfacher, da das Gummiband auf der Rückwand einfach aufgenäht wurde, allerdings hatte ich hier vergessen den inneren Cordura-Lappen vorn am Gummi anzunähen. Das habe ich dann versucht nachher zu erledigen. Hat funktioniert, aber leider nicht mittig... Ich denke hier hilft einfach eine genauere Planung im Voraus um zu wissen wo man im Verlauf nähen wird.

4. Ich habe überhaupt keine Ahnung und bisher kaum Erfahrungswerte welche Nähte ich wann benutze und wie stark/oft etwas vernäht werden muss um meinen Ansprüchen zu genügen. Darum sind teilweise einige Nahtwülste entstanden...

5. Geraden und Kurven so zu nähen wie ich sie gern hätte fällt mir noch etwas schwer. Wie arbeitet ihr hier? Augenmaß und sichere Hand oder habt ihr Hilfsmittel?

6. Die Länge vom Gummiband für die elastischen Schlaufen vorher einzuschätzen fand ich auch erstaunlich schwer, da ja nicht nur die Länge wichtig ist, sondern auch die Abstände der Nähte. Ich habe es hier nach Bauchgefühl gemacht und es hat einigermaßen gepasst. Wie geht ihr vor?


Soweit erstmal - Ich freue mich über jeden Hinweis und Verbesserungsvorschlag und bin gespannt was kommt!

Der_Stuffz

Corduraknecht

Beiträge: 594

Wohnort: Berlin

Beruf: Selbstständig

  • Nachricht senden

2

Mittwoch, 25. Oktober 2017, 21:54

Gurtband falte ich um oder schneide es mit einem Heißschneider.

Ein Kantenführer magnetisch kann dir helfen das Nahtgut zu führen und die Nacht gleichmäßig werden zu lassen.

So mache ich das eigentlich immer.

Mehrfachnähte an den belasteten Stellen ansonsten nur einfache naht. Spart Zeit und Geld.

Gummiband solltest Du auch umfalten oder eben mit einem HS schneiden.

Ich würde das Cordura doppelt legen um die Taschen stabiler zu machen.

3

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 17:24

Toll, danke dir. Umfalten muss vorerst ausreichen, da ich keinen Heißschneider besitze.

Ich wüsste nicht wo ich den Kantenführer bei mir per Magnet befestigen soll. Die kleine Arbeitsplatte der Maschine ist zwar aus Metall, der Rest der Fläche aber nicht... ich arbeite mit einer Bernina 330

Cordura doppeln, klar das wäre eine Möglichkeit für mehr Stabilität, allerdings bringt es natürlich mehr Materialverbrauch und höheres Gewicht mit sich. Außerdem werden die Taschen ja sowieso nicht solo, sondern per PALS montiert getragen, da wird die Form also auch durch das jeweilige Teil auf/an dem die Tasche befestigt ist mitgegeben. Werde ich beim nächsten Versuch aber mal testen. Sollte das immer verklebt werden, oder reicht es auch das Cordura nur zu vernähen?

Der_Stuffz

Corduraknecht

Beiträge: 594

Wohnort: Berlin

Beruf: Selbstständig

  • Nachricht senden

4

Montag, 30. Oktober 2017, 11:00

Also ich lege es immer doppelt. Sieht einfach auch besser aus. vernähen reicht da eigentlich vollkommen aus.

Wenn die doppelt gelegt werden, zieht man die Magazine auch leichter raus und steckt die auch leichter zurück/ein.

Ja gut wenn du nen Plastikbomber nutzt, ist das schwieriger, aber auch da gibt es Möglichkeiten. Kantenfuß oder ne schraubbare Lösung z.B.

5

Freitag, 17. November 2017, 12:44

Erstmal herzlichen Glückwunsch! Du hast Dich für dein Erstlingswerk ja durchaus schon an einigermaßen komplexe Sachen rangewagt! Alle Achtung!

Ich schließe mich den Bemerkungen von GSK erstmal komplett an. Die gleichen Dinge waren mir auch aufgefallen beim Durchschauen der Fotos, also
  • Gurtband, Einfassband und Gummiband umfalten oder mit Heißschneider schneiden (Abflämmen mit Feuerzeug reicht nicht aus, das geht wieder auf - nur etwas später)
  • Cordura doppelt umfalten an den Säumen (insb. Innenseite des Deckels der Admin-Pouch).
Dann waren mir noch zwei Sachen aufgefallen:
  • Riegelst Du am Ende der Steppnähte? Dein Garn ist so dünn, dass ich das auch in der Vergrößerung der Fotos nicht genau erkennen konnte. In jedem Fall riegeln! (D.h. am Ende der Naht nochmal 3 zurück und 3 vor.)
  • Das Hakenklett innen im Deckel der Admin-Pouch braucht nicht so groß sein wie das gegenüberliegende Flauschklett. Flauschklett ist tendenziell meist größer als das zugehörige Hakenklett, damit man den Deckel so eng stellen kann wie gerade benötigt.
Gruß,
Green Ant
Individual Outdoor and Tactical Equipment
fb.com/GreenAntEquipment

6

Freitag, 17. November 2017, 18:31

Danke für dein Lob! Ja, dass das Gurtband trotz Abflämmen wieder aufgeht ist mir inzwischen des Öfteren passiert. Sieht blöd aus und hält sicherlich auch nicht so gut. Ich falte es nun immer um und tendiere hierbei immer wieder dazu zu wenig Material für das Umfalten einzuplanen, sodass das gefaltete Stück meist sehr knapp ist.

Riegeln: gut möglich, dass ich es in den Anfängen mal vergessen habe, aber eigentlich riegele ich immer am Ende jeder Naht. Ich verwende jetzt auch Gütermann Tera 40 anstatt des vorherigen Garns.

Doppelt umfalten? Dann bekomme ich ja an jeder Ecke einen großen Stoffhaufen, oder verstehe ich etwas falsch? Oder man gestaltet das Muster entsprechend um, sodass die Ecken weniger Material tragen.

Hakenklett: habe ich inzwischen auch entdeckt. ;-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Moe« (18. November 2017, 20:19)


Der_Stuffz

Corduraknecht

Beiträge: 594

Wohnort: Berlin

Beruf: Selbstständig

  • Nachricht senden

7

Freitag, 17. November 2017, 22:28

Na mit deinem Plastikbomber wird das eher schwierig. Aber wenn Du das Material einfach doppelt legst, dann haste einfach ne stabilere Plattform.

8

Samstag, 18. November 2017, 20:29

Ja, dass es eine stabilere Plattform ergibt leuchtet mir ein, eine andere Maschine kommt für mich vorerst nicht infrage, denn ich denke viel hängt eher von meiner Technik und Erfahrung und weniger von der Maschine ab. Wenn ich irgendwann genauer weiß was ich brauche und die Grenzen der Maschine genau einschätzen kann, kann immer noch über eine neue Maschine nachgedacht werden. ;-)

Der_Stuffz

Corduraknecht

Beiträge: 594

Wohnort: Berlin

Beruf: Selbstständig

  • Nachricht senden

9

Sonntag, 19. November 2017, 10:01

Es ist auch eher weniger die Maschine an sich, der Motor sollte eine gewisse leistung haben um den Nadelhub auch ausreichend zu versorgen mit genug Druck. Dann kommst du natürlich auch leichter durch das Material.

SR Tactical und ich haben mit ner alten Pfaff 250 angefangen, das geht auch und kostet nicht die Welt.

Und gerade mit 550den Cordura eigentlich sehr gut zu nutzen.