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Donnerstag, 7. Mai 2015, 18:32

Körperschutz und Schutzklassen von Ballistischen Schutzpaketen

Da Migo's Suchthread ja (auch von mir) mit anderswo ganz sinnvollem Off-Topic gefüllt wurde, habe ich daraus mal ein neues Thema erstellt. Hier können wir uns jetzt über verschiedene Schutzpakete, deren Formen und Aufbauten austauschen. Insbesondere die Form und Dicke der Schutzpakete ist beim Bau von Plattenträgern ausschlaggebend, dazu ist es wichtig zu wissen wie solche Pakete richtig zur Anwendung kommen. Dem soll hier eine Plattform gegeben werden. -SR Tactical-



Hier mal ein paar aufklärende Zeilen und Fotos zum Thema SK5:

Vorerst sei mal kurz erwähnt, dass ich in dieses Thema nicht mehr aktuell und tief eingelesen bin und nur durch damals angeeignetes Wissen etwas helfen kann.

Die SK5 Platten waren extra für das ÖBH bereitgestellt in Verbindung mit SK2 Weichballistik. (Meines Wissens für damalige Einsätze - darauf will ich aber nicht näher eingehen)
Damals war noch ein Normen-Dschungel und man hatte keine wirklichen Referenzen wenn man die Platten international verglichen hat.

Die abgebildete SK5 Platte bietet sogar einen Schutz gegen 12,7x99 mm (auch .50 genannt für die Inch-Freunde). Das Ding ist allerdings ziemlich schwer und mehr als doppelt so dick wie die SK3 Platten von Mehler (siehe Foto). Hatte leider keine SK4 zur Hand, diese sind allerdings ähnlich dick. Die hier abgebildeten Mehler-Platten bieten die angegeben SK auch nur in Verbindung mit Weichballistik.

Heutzutage gehen die Normen in eine einheitlichere Richtung (sowohl Ö, D als auch USA usw...) - Dabei wird in diverse SK eingeteilt mit darin enthaltenen "Level"-Abstufungen. Aber da brauch ich ohnehin nicht näher darauf einzugehen. Da wisst ihr sicher Aktuelleres als ich.

Bezüglich der Größen kann ich nur sagen, dass bei den diversen Herstellern die Maße angegeben sind. Ich finde allerdings die Unterteilung in verschiedenste Größen eher störend. Speziell für die Herstellung des PC. Jeder will das Rad neu erfinden und formt die Platten anders (spitzer oder breiter) um ihren Platz im Markt zu sichern.

Besser würde ich es finden, wenn es auch bei den Maßen für die diversen Größen (S, M, L, XL, ...) bestimmte Normen gibt.

Klar verstehe ich, dass eine Firma, wenn sie von ihren Spezifikation überzeugt ist, diese auch an den Mann bringen will - Jedoch für uns als Endbenutzer ist es dadurch kompliziert.
Und sobald ich ne neue Platte kaufe, muss ich eine nehmen die in meinen Carrier passt.

(Grey Ghost Gear oder auch 5.11 macht es hier etwas praktischer indem sie die Aufnahme für die Platten im Carrier an den Ecken "offen" lässt und somit eine gewisse Flexibilität gewährleistet.)

Grüße
Buchi

(verzeiht das unscharfe Foto - soll nur zur Darstellung der Größe dienen)








SR Tactical

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2

Donnerstag, 7. Mai 2015, 20:00

Die abgebildete SK5 Platte bietet sogar einen Schutz gegen 12,7x99 mm (auch .50 genannt für die Inch-Freunde).


Das halte ich für ein Gerücht! Schau dir mal die Energie an, die eine .50 BMG hat. Es gibt Videos, da durchschlägt so ein Geschoss mehrere SK4-Platten....
Stefan Roth
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3

Donnerstag, 7. Mai 2015, 20:24

Zitat

Die abgebildete SK5 Platte bietet sogar einen Schutz gegen 12,7x99 mm
(auch .50 genannt für die Inch-Freunde). Das Ding ist allerdings
ziemlich schwer und mehr als doppelt so dick wie die SK3 Platten von
Mehler (siehe Foto)
Den Typen, der nach einem Treffer mit 12,7x99mm noch lebt (und den Treffer auf die Platte am PC überlebt), den würde ich gerne sehen/kennen lernen... :whistling: Ein Foto von der Seite inkl. einer SK3 oder SK4 Platte (ebenfalls von der Seite) wäre zudem auch ganz nett. :thumbup:

4

Donnerstag, 7. Mai 2015, 20:44

Also vielleicht zu Erklärung - ich habe die Norm nicht gesehen. Die kann man nur kostenpflichtig runterladen.

Bezüglich der Beschussklasse muss ja ein Unterschied sein zwischen 4 und 5.

Ich habe persönlich mit einem Jagdkommandosoldaten darüber gesprochen die diese Platten für den Einsatz in Afika bekommen haben. Und wenn der mir diese Infos gibt und ich kenne ihn gut, sehe ich keinen Grund daran zu zweifeln. Die genaue Aussage war - laut Norm hält die Platte in Verbindung mit der Weichballistik ein ÜSMG Geschoss.
(Die Möglichkeit, dass er etwas falsch verstanden schließe ich nicht aus, aber die Jungs sind Profis und ich traue mich mal behaupten, dass der seine Ausrüstung kennt. Speziell wenn sein Leben davon abhängt)

Dass er nicht verletzt ist bei einem Treffer hab ich auch nicht gesagt - jeder weiß über die Folgen der Energieabgabe eines Treffers und der damit verbunden Wundballistik oder Traumata bescheid. Es kommt auf die Ladung, die Entfernung, das Projektil usw usw an. Aber das sprengt hier den Rahmen.

Aber wie gesagt - ich misch mich da nicht großartig ein. Den Beschusstest wo mehrere SK4 Platten von 12,7 durchschlagen werden kenn ich auch net...

(Kleiner Zusatz - SK5 war ja auch kein Begriff und deswegen hab ich das fotografiert - weil ich wusste wenn ich schreibe "doch gibts" - wird es zu wenig sein ;) )

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ersBUCHI« (7. Mai 2015, 20:49)


SR Tactical

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5

Donnerstag, 7. Mai 2015, 21:25

Das mit der .50 BMG gibt die Physik einfach nicht her....

Schau mal hier: https://www.youtube.com/watch?v=ZdgQ0OSZqOo

Da werden zwei Level 4 Platten geknackt!
Stefan Roth
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6

Freitag, 8. Mai 2015, 19:34

Hallo Stefan!

Also wegen dem von dir geposteten Video - Hier werden nicht beide SK4 Platten von der 0.50 BMG durchschossen.

Beim nächsten Versuch dann erst, hat die .50 AP, mit 40 grain mehr, die 2te Platte (wenn ich das so richtig verstanden habe) durchschlagen und ist in der Dritten stecken geblieben. Komisch warum er einmal 2 und einmal 3 Platten testet finde ich.
Ich weiß auch nicht genau ob er die ersten 2 Platten nicht vom ersten Versuch genommen hat und quasi nochmal beschossen hat. Das kommt am Ende des Videos nicht ganz klar rüber. Wenn ja würde auch die .50 AP vermutlich nicht durch die zweite Platte gehen und würde weiters erklären warum er einmal den Test mit 2 Platten und einmal mit 3 Platten macht.

Die Energieabgabe ist allerdings enorm (gut zu erkennen an der zweiten Platte und der Wassergallone dahinter).
Man weiß allerdings nicht wie weit er Schütze von den Platten entfernt den Schuss abgibt.

Nun aber zum interessanten Teil:

Mir hat das Ganze allerdings keine Ruhe gelassen und beschäftigt. Deswegen habe ich einen 50km entfernten befreundeten Schießguru auf seinem eigenen Schießplatz besucht. Er ist Fachmann in diesem Gebiet, arbeitet selbst beim ÖBH und unterstützt sogar hin und wieder Firmen bei der Entwicklung ihrer Produkte.

Er hat mir gesagt das die "alte" SK5 Platten des Bundesheeres .50 BMG aushalten. Er hat sie damals selbst beschossen und sie haben Stand gehalten. Ob es dieselbe SK5 Platte ist, wie jene von meinem Foto weiß ich nicht, da ich diese nicht mit hatte.

Zur Energieabgabe gefragt hat er sinngemäß gesagt, dass die Norm nicht nur das "Aufhalten" des Projektils sondern auch die Ausdellung der Platte und Energieabgabe beinhaltet, da sonst ein Überleben der Person trotzdem gefährdet wäre. Und das ist ja das Ziel solcher Dinger.

Er hat mir dann gleich ein paar neue Modelle SK4 gezeigt - total leicht und "relativ" dünn. Wahnsinn im Vergleich zu meinen alten Platten ;)

SR Tactical

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7

Sonntag, 10. Mai 2015, 10:38

Also wegen dem von dir geposteten Video - Hier werden nicht beide SK4 Platten von der 0.50 BMG durchschossen.


Deswegen habe ich bewusst "knacken" und nicht "durchschlagen" geschrieben.

Das Geschoss wurde zwar gestoppt, der Westenträger hätte das aber nicht überlebt. Und das eine .50 BMG von einer der ÖBH-Platten so gestoppt wird, dass der Träger das überlebt glaube ich eben erst wenn ich es gesehen habe.

Selbst eine .300 WinMag mit Hartkern durchschlägt SK4, einfacher geht es mit der MP7 und 4,6x30 mit Wolframhartkern. Wir reden bei .50 BMG von 16000 Joule Energie, eine .308 hat etwa 3500J, härter geladene Sorten 3800J. Für doppelten Schutz ist nicht ganz doppelte Plattendicke nötig, entsprechend bräuchte man um eine .50 zu stoppen vorneweg 4x so viel Material. Ich kenne den Aufwand, um sondergeschützte Fahrzeuge aufzupanzern, für .308 Hartkern reichen da 15mm Stahl eigentlich aus, .50 BMG durchschlägt mit einem Hartkern noch gut 35mm...

Rein physikalisch passt das also alles nicht so ganz zusammen.
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8

Sonntag, 10. Mai 2015, 13:53

Glaube auch nicht das man cal.50 mit ner platte aufhalten kann, die durchschlagen betonwände und auf der rückseite zerfetzen dir dann funken und splitter die gedärme, abgesehen davon bräuchte man wahrscheinlich ne 4" oder noch dickere traumaschicht um nicht alle knochen beim auftreffen zerfetzt zu bekommen.

SR Tactical

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9

Montag, 11. Mai 2015, 08:28

Ich kann die Norm an der Uni leider nur unvollständig einsehen, aber da ist die Rede von 5 Schuss 7,62x54R mit Hartkerngeschoss. Das würde soweit Sinn machen!
Stefan Roth
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10

Montag, 11. Mai 2015, 11:16

Ich werd mal weiter aufmerksam sein und vielleicht krieg ich mal eine "alte" Norm in die Finger damit ich sie posten kann. Momentan stützten sich meine Information eben auf die Aussagen der Kameraden und den Verweis auf die "alten" Normen.

Die "alten" militärischen SK5 Platten von uns damals waren sogar überdimensioniert, soweit ich mich erinnern kann. Die Westen waren allerdings ziemlich schwer. Im Vergleich zu den jetzt verwendeten Ballistikwesten 16kg aufwärts (je nach Größe) im polizeilichen Bereich, waren die damaligen trotzdem noch etwas schwerer.

Ich halte weiter die Augen und Ohren offen und sobald ich wieder was neues habe, stell ich es hier rein.